Prof. Antisemit – “Friedenszentrum” lädt Khella ein

Eine mangelnde Ausdauer kann man dem “Braunschweiger Friedenszentrum” nun wirklich nicht vorwerfen. Nach Veranstaltungen mit dem unvermeidlichen Kronzeugen gegen Israel, Edo Medicks, der notorisch antizionistischen Felicia Langer finden sich zum “Jahrestag” der “Operation Gegossenes Blei” wieder allerlei Behauptungen und Unwahrheiten in Form eines Manifestes auf der Homepage der besagten Gruppe. Dass nicht einmal mehr der “Israelkritiker” Goldstone selbst diese antijüdische Hetze noch so stehen lässt, interessiert selbstverständlich niemanden, aber das es um wirkliches Interesse im herkömmlichen Sinn geht, steht ja bei derartig ressentimentgeladener Verleumdung ausser Frage.

Als besonderen Clou für den Mai hat sich das “Friedenszentrum” den “Chefideologe[n] der Restbestände des anti-imperialistischen Lagers” (Haury, S. 15), den “völkisch-stalinistischen Antizionisten” (Grigat) Prof. Karam Khella, eingeladen, der, dem Alter der Friedensfreunde angemessen, bereits seit Jahrzehnten seine Vernichtungswünsche gegenüber Israel in die Welt hinaus Posaunt und sich mit dem Titel als Professor ganz besonderer Autorität erfreut. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die antizionistische Zombieavantgarde mit Werner Pirker, Jürgen Elsässer oder doch gleich Horst Mahler, die alle von einem deutschen Frieden ohne Juden träumen, komplettiert wird.

Dieser Berliner Professor, der “Saddams Krieg als Fortsetzung der Intifada mit anderen Mitteln pries” (ISF, S. 2), den Organisator der muslimischen SS-Division “Handschar”, Mohammed Amin al-Husseini (besser bekannt als Großmufti von Jerusalem) zu einem Gegner der Judenvernichtung macht (vgl. Tarach, S. 86), die “Zionisten als Kollaborateure der Nazis und Israel als Nazistaat des nahen Ostens bezeichnete” (HUMMEL Antifa), für den Israel “ein einziges Kontinuum des Verbrechens gegen die Menschlichkeit” ist (Haury, S. 11) und natürlich bestreitet, dass “Ahmadinedjad [sich] je antisemitisch geäußert hat” (Lizas Welt) soll also den Zuhörerinnen und Zuhörer am 26.05.2011 in der VHS Alte Waage in Braunschweig referieren, wie es denn nun aussieht mit dem “Demokratischen Aufbruch in der arabischen Welt?”.

Die Wahnwelt des Herrn Prof. Khella (und seiner Fans) wird aber nicht nur an seiner völlig irren Geschichtsauffassung deutlich, sondern auch an der typischen Reaktionsweise auf Kritik: Sie sind “ein weiterer Beleg für den hohen Anteil projektiver Energien und Identifikationsbedürfnisse und zeugen von der Brüchigkeit der ‘revolutionären Identitäten’ bei den zur Sektenhaftigkeit herabgesunkenen Antizionisten im antiimperialistischen und autonomen Lager. [...] K. KHELLA erkennt da schon ‘gezielt und systematisch betriebene’ ‘Zersetzung’ am Werke, welche den Tatbestand der ‘Volksverhetzung’ erfülle” (Haury, S. 16).

Es ist wohl folgerichtig, dass Khella dementsprechend auch ein riesiger Fan von “Oberst”, wie es in solchen Kreisen heisst, Quaddafi ist. Darum wird es wohl auch bei der Veranstaltung des “Friedenszentrums” gehen, denn Khella hat mehrer Jubelarien über seinen “Oberst” geschrieben, etwa “Die libysche Herausforderung – Innere Entwicklung und äußere Bedrohung eines aufregenden Experiments”. Damit ist über Khellas primitiven Antiimperialismus auch schon alles notwendige gesagt, hie das gute, weil antiamerikanischen Volk unter seinem Führer, dort die schlimmen Imperialisten. Das es sich bei Libyen nicht um ein “spannendes Experiment”, sondern ein “aus panarabistischen und islamischen Elementen zusammengebrauten völkischen Sozialismus” (Wolter), ähnlich wie in Venezuela handelt, kann ein derart begriffsstutziger Stalinistenopa natürlich genausowenig verstehen, wie den Fakt, dass Leute an mehr interessiert sind als an durch Ölrenten finanzierte Wohnung in einer Militärdiktatur, etwa bürgerlichen Rechten. Dass solcherlei Menschenverachtung ausgerechnet durch “Friedensbewegte” wieder aufgewärmt wird, ist einer Begriffslosigkeit von Gesellschaft geschuldet, die sich genauso gegen Israel entlädt. Somit ist die neue Veranstaltung des “Friedenszentrums” nicht besser oder schlimmer als das, was man gewohnt ist, aber mindestens genauso wahnsinnig.

Das “Friedenszentrum Braunschweig” und seine angeschlossenen Vereine und Freunde stellen sich damit einmal mehr ausserhalb aller verhandelbarer Positionen, zeigen sich gegen jede Form von Aufklärung und Vernunft immun und bekennen erneut klar Flagge auf Seite des Ressentiments, der Antisemiten und Menschenfeinde: “Man hat eine Friedensbewegung machen wollen, und es wurde eine deutschnationale Erweckungsbewegung daraus.” (Pohrt, S. 76).

Grigat, Stephan: http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web27.html.

Haury, Thomas: Zur Logik des deutschen Antizionismus.

HUMMEL Antifa: Gegen die Nahostkonferenz der Zeitschrift Kalaschnikow. http://de.indymedia.org/2002/09/30167.shtml.

Initiative Sozialistisches Forum: Radioten in Dreyeckland. In: Konkret August 199.

Lizas Welt: Palästina an der Leine.

Pohrt, Wolfgang: Gewalt und Politik. Ausgewählte Reden & Schriften.

Tarach, Tilmann: Ewiger Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‘Protokolle der Weisen von Zion’ und die Verlogenheit der Linken im Nahostkonflikt.

Wolter, Udo: Wie Linke einem Dikator nachweinen. Über das Verhältnis deutscher und europäischer Linker zu Muammar al-Gaddafi, der gerade die libysche Oppositionsbewegung massakrieren lässt. In: Jungle World Nr.9, 3. März 2011.

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Die Opfer des Nationalsozialismus?

Über das Bedürfnis deutscher Bauchkommunisten den Widerstand gegen den NS hoch, das “Volk” rein und die Judenvernichtung klein zu halten.

“Auch wenn die Kommunisten und Sozialdemokraten, die Liberalen und die Konservativen in fast allen wesentlichen Punkten uneining sind, gibt es mindestens zwei Punkte, in denen sie sich fast ausnahmslos einig sind: daß die Nazis böse sind und die Deutschen gut. [...] Sie glauben allen Ernstes, daß Millionen von Deutschen sich unablässig wie Vandalen benehmen, nur weil Hitler sie dazu ‘zwingt’.”

Klaus Mann


Es kann hin und wieder vorkommen, dass einem auf die Aussage hin, dass ja die Deutschen als geschlossenes Mordkollektiv, Volksgemeinschaft ohne Anführungszeichen, zusammengeschweißt und sofern möglich sogar über den 8. Mai 1945 hinaus tätig wurden, von Bauchkommunisten entgegengeschmettert wird, dass dies eine Lüge sei und doch Kommunist X und Kommunistin Y eifrig Widerstand leisteten. Was aus dieser famosen, Unwissenheitsbeflissenen und ideologischen Behauptung spricht ist vielweniger die Anerkennung von tatsächlicher Widerstandstätigkeit, die es sehr wohl gab, als die Erhaltung und Reinwaschung eines positiv, mitunter als revolutionäres Subjekt besetzten Fixpunktes, den die marxistisch-leninistische Weltanschauung als Legitimationsgrundlage brauch und somit notwendigerweise aus sich selbst heraus hervorbringt.

So hat man 1945 auch sehr schnell verstanden, dass mit diesen Deutschen eigentlich ein normaler Staat nicht zu machen ist und man tat insbesondere in der SBZ das, was unser Bauchkommunist auch am liebsten macht, statt mit der Wirklichkeit interaktiv in Kontakt zu treten und nach Erkenntnis zu trachten, passt man in einer grandiosen metaphysischen Realitätsumdeutungs-Leistung die Wirklichkeit seinem eigenen Starrkopf an. In diesem Prozess geht es maßgeblich darum den Antisemitismus als konstituierendes Moment des Nationalsozialismus abzuschaffen, frei nach Dimitroff das “internationale imperialistische Monopol- und Finanzkapital” als Strippenzieher hinter Hitler auszumachen und schlußendlich dem armen, verarschten aber schaffendem deutschen Volk die kosmopolitische, kapitalistisch-zionistisch-imperialistische und Vaterlandslose Raffgier einer Verschwörung von Zylinder-Kapitalisten gegenüber zu stellen. Mit der von Schuld frei gewordenen und zum Volk gewordenen Klasse, ist Sozialismus dann wieder möglich und jegliche Fehler in diesem Sozialismus-Versuch sind bei der Verschwörung zu suchen und zu finden.
So war es historisch in der DDR und alles alternativ, bauchlink und marxistisch-leninistisch vom Widerstand daherredende Stammtischklientel Jahrzehnte später, oszilliert nur in den verschiedenen Stadien dieses Prozesses der einzigartigen Relativierung und erneuten Verächtlichmachung der Opfer der Shoa. Schließlich hetzte man in der “Roten Fahne” schon vor 1933 gegen “jüdische Geldkapitalisten” und versuchte die Nationalsozialisten rechts zu überholen. Die Überhöhung der zweifellos furchtbaren Leiden der Kommunisten im NS lässt sich direkt im Juni 1945 durch den Berliner Hauptausschuß “Opfer des Faschimus” (OdF), einer Vorläuferorganisation des VVN-BdA, ablesen:

“Opfer des Faschismus sind Millionen Menschen und alle diejenigen, die ihr Heim, ihre Wohnung, ihren Besitz verloren haben. Opfer des Faschismus sind die Männer, die Soldat werden mußten [...], sind alle, die für Hitlers verbrecherischen Krieg ihr Leben geben mußten, Opfer des Faschismus sind die Juden, die als Opfer des faschistischen Rassenwahns verfolgt und ermordet wurden, sind die Bibelforscher und die ‘Arbeitsvertragssünder’. Aber so weit können wir den Begriff ‘Opfer des Faschismus’ nicht ziehen. Sie haben alle geduldet und Schweres erlitten, aber sie haben nicht gekämpft. Diesen Menschen muß im Rahmen der allgemeinen Fürsorge geholfen werden. Damit ist entschieden, daß Juden, Mischlinge, Bibelforscher, die meisten Fälle der Wehrkraftzersetzung, Meckerer usw. nicht in den eng gezogenen Rahmen der ‘Opfer des Faschismus’ einbezogen werden können.” (1)

Dieser erneute Verächtlichmachung der Opfer der Shoa, diesmal durch deutsche “Kommunisten” ist bei aller Kritik, die es bei derartigen Formulierungen bei den OdF und später im VVN gab, symptomatisch für die Unfähigkeit dieser Leute den Antisemitismus und die Vernichtung zu begreifen. Vor dem Nationalsozialismus haben sie den Antisemitismus abgetan, als Spaltungsideologie belächelt und gleichzeitig gegen die “Judenkapitalisten” gehetzt und zu ihrer Ermordung aufgerufen und nach dem Krieg sahen sie ihr Bild, des vom Wesen nach antikommunistischen Nationalsozialismus, bestätigt, blind gegenüber Auschwitz und jeder Spezifik.
Wie sehr diesen wohlgemerkt als “Kommunisten” sich bezeichnenden Leuten selbst der Antisemitismus aus dem Knopfloch tropfte und das die “Holocaustindustrie” eines Finkelstein keine neue Erfindung ist, zeigt sich in Berlin 1946, ebenfalls auf einem OdF-Kongress, auf dem Juden pauschal als “Vertreter kleinlicher Interessen und des Geldbeutels” (2) bezeichnet werden. Ein Jahr später bekommt ein jüdischer Antragsteller auf soziale Unterstützung vom Landratsamt Lebus in Brandenburg folgende Antwort: “Ihre materielle Unersättlichkeit, die aus jeder Zeile Ihres Briefes hervorgeht, zeigt, daß Sie nicht das geringste Verständnis für die Lage unseres Volkes haben. [...] Sie scheinen es noch nicht zu wissen, daß wir durch den verlorenen faschistischen Krieg bettelarm geworden sind.” (3) Unnötig fast, zu erwähnen, dass die Arisierung der Nazis von jüdischem Eigentum in der SBZ als vorweggenommene Verstaatlichung betrachtet wurde, habe es ja schließlich eh Kapitalisten, vulgo die Richtigen getroffen. Entschädigungszahlungen, gar an in Israel lebende Juden wurden als Verrat am Deutschen Sozialismus gesehen, übrigens unter Mithilfe des VVN.
Und so landen wir schlussendlich wieder bei unserem Bauchkommunisten im 21. Jahrhundert. Wie kann es sein, dass dieser trotz des Wissens über Auschwitz, über Nationalsozialismus und darüber, dass dieser bis zum Ende von den Deutschen mit Waffen verteidigt wurde, ernsthaft einen heroischen Widerstand von Kommunisten herbei halluziniert, statt die Gründe für das abgrundtiefen Versagen der sich selbst als fortschrittlichen Kräfte bezeichnenden Menschen zu suchen, wie es beispielsweise Vertreter der kritischen Theorie versucht haben? Selbst Ulbricht und Pieck warteten in Moskau schließlich schon, vergebens, auf einen Aufstand der Deutschen, alleine schon um die drohende Invasion abzuwehren.
Zu erklären ist dieses Verhalten, das Abwehren von Schuld bei gleichzeitig impliziter Verharmlosung der Judenvernichtung, nur durch das triebhafte Einpassen der Welt in ein vorgefertigtes manichäistisches Weltbild. Einfach gesagt: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Dass es sich bei diesem Weltbild um marxistisch-leninistische Ideologie handelt erklärt zudem die Kontinuität der Blindheit dieser Leute, von Weimarer Republik, der Odf, später dann VVN bis zu den heutigen Bauchkommunisten deutscher, also abscheulichster Prägung. Schließlich ist bei einem personifizierenden Kapitalismusverständnis für den Klassenkampf auch ein revolutionäres Subjekt vonnöten und Klassenbewusste Widerstandskämpfer taugen mehr als der geifernde Pogrommob und SS-Freiwilligenverbände.
(1) Zit. nach Thomas Haury: Antisemitismus von links. S. 306

(2) ebenda S. 311

(3) ebenda

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Einmal Mönchengladbach und zurück

Die Geister die sie riefen, die bärtigen Wurzelzwerge der islamfaschistischen Salafisten-Sekte “Einladung zum Paradies e.v.” und die sicherlich auch immer willkommene Publicity ist, so weltlich ist man dann doch selbst in diesen übrigens sehr “youtube-” und Internet-affinen Kreisen, beginnen dennoch langsam sich der Kontrolle ihrer Urheber zu entziehen. Mittlerweile sind nicht nur die Eingänge des Hauses in Mönchengladbach von der Stadt versiegelt worden, das zur Moschee umgebaut werden sollte, auch überlegt der Häuptling der Sekte, Muhammed Ciftci, laut einem Bericht der “Braunschweiger Zeitung” mit seiner “Islamschule” in Niedersachsen zu bleiben*1* und Innenminister Thomas de Maizière verspricht indirekt einen Verbot des Vereins. Auch mussten sich verschiedene Lokalpolitiker in Mönchengladbach den Fragen aufgebrachter Anwohner stellen und konnten so eindrucksvoll ihre Unwissenheit demonstrieren, indem behauptet wurde, dass “der Salafismus mit dem Islam so viel zu tun hat wie die Moon-Sekte mit dem Christentum”*2*.
Was sind nun aber die Gründe, die dafür sorgen, dass die Umma-Extremisten im Rheinland Kritik ausgesetzt sind, während in Braunschweig bis vor wenigen Monaten allerhöchstens der Staatsschutz von ihrer Existenz wusste? Zunächst hat sich in Mönchengladbach nicht nur überhaupt Widerstand geregt, er war auch erfreulich wenig bis nicht rechtsextrem motiviert. Presse und Islam-Fans viel es so besonders schwer, jegliche Bedenken ihrer zurecht auf demokratische Rechte und Freiheit pochenden Anwohner als rechtsextrem zu denunzieren. Selbstverständlich kommt die Bürgerinitiative vor Ort nicht über den Bezug zu “ihrer Scholle”, also Mönchengladbach-Eicken und positiven Bezug zu Deutschland hinaus, eine xenophobe Note, wie sie versucht wurde durch die Ausländerhasser der “Pro”-Bewegung zu importieren, konnte jedoch nicht erfolgreich etabliert werden. Vielmehr verhält man sich zum Islam eher unkritisch, indem man die Salafisten als Extremisten zu fassen versucht, während man einen “friedlichen Islam” dagegen hält und so gleichsam mit den gemäßigten Muslimen und Verbänden zusammen arbeiten kann. Die Aussage: “Wir leben mit Menschen zusammen, mit individuellen Persönlichkeiten, nicht mit ethnischen oder religiösen Kollektiven.”*3* bringt dieses Verständnis auf den Punkt und macht klar, was in Mönchengladbach vor sich geht, nämlich bürgerlicher Protest, auf der Grundlage bürgerlicher Ideologie gegen Rechtsextremisten, die hinter diese bürgerliche Gesellschaftsform sehr weit zurück wollen.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Gegner der Scharia-Freunde ist zudem das Auftreten der Salafisten selbst. Diese organisierten nach der Versiegelung ihres Gebetsraumes aus baurechtlichen Gründen ein öffentliches Gebet auf dem Marktplatz und nutzten dieses demokratische Recht sogleich um in Form des Wandervogels Pierre den Anwohnern und der anwesenden Presse die Einführung von Scharia und Todesstrafe und die Abschaffung der Demokratie vor zu schlagen. Mit einem maßlos übersteigerten Selbstbewußtsein, wie es für autoritäre Charaktere, die sich unter der größeren Macht wähnen üblich ist ausgestattet wurden dann Presse und Anwohner in einer Weise bedroht wie man dies ich vor allem von Neonazis kennt und einem Kamerateam unterstellt “die großen Bosse in Amerika”*4* hätten ihm befohlen den Islam schlecht da stehen zu lassen. Was damit gemeint ist, sollte klar sein und so war auch den letzten Einwohnern von Eicken klar, dass diese gegenaufklärerischen Menschenfeinde tatsächlich ganz unmittelbar eine Gefahr darstellen.
Und derweil in Braunschweig? Zwar berichtet die Lokalzeitung über die Vorgänge und der Staatsschutz, der zuerst über das wegziehende Problem jubelte, hat wohl auch in Zukunft einige Arbeitsplätze mit der Überwachung des Vereins gesichert, aber auf weitergehende Kritik stößt der Verein nicht. Vielmehr kann er sogar ungestört Informationsstände, etwa in der Gifhorner Innenstadt, durchführen. Auch die “Braunschweiger Zeitung” widmet dem Anführer Ciftci extra noch einen langen Artikel, indem sich der Rechtsextremist zu allen Facetten seiner Menschenverachtung äußern und diese verharmlosen kann*5*. Etwa, dass er Abtrünnige mit dem Schwert zu köpfen für richtig hält oder seine Ausführungen zu “Züchtigung des Eheweibs”. Auch bei Ciftci waren Anfang 2010 Bücher gefunden wurden, die nicht nur das Foltern von Frauen verteidigen und propagieren, sondern auch eine Anleitung gaben “Knochenbrüche oder Blutergüsse” zu vermeiden*6*.
Aber Ciftci sieht sich als  Opfer, neben fiesen Salamianschlägen und “Bifi”-Verzehr vor seiner Moschee fühlt er sich von Minarett- und Burka-Verbot in Europa bedroht. “So habe auch die Judenverfolgung begonnen, sagt er.”*7* allen Ernstes in der “Braunschweiger Zeitung”, die diese unglaubliche Verharmlosung und Relativierung auch noch unkommentiert abdruckt. Das ist dann alles doch wieder nur allzu Deutsch, hier schließt sich der Kreis wieder. Statt mit den Islamisten beschäftigt man sich in Braunschweig lieber mit der Delegitimation von Israel. Die Demokraten etwa des “Friedenszentrums”, “Friedensbündnis” oder der Linkspartei sind viel zu beschäftigt sich mit dem von der “IHH” (“Internationale Humanitäre Hilfsorganisation”) organisierten Angriff auf die Souveränität Israels offen zu solidarisieren, einer Terrororganisation, die nicht nur seit Juli auch in Deutschland als solche verboten ist, sondern in der auch Steinzeitislamist Ciftci von 1992-1994 in Bosnien aktiv war.

*1* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001055

*2* Zitiert nach http://schariagegner.wordpress.com/2010/08/29/buergerversammlung-eicken/

*3*ebd.

*4* http://www.spiegel.de/video/video-1084959.html

*5* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

*6* http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31949/1.html

*7* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

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Gut gemeint…

Sie hatten es wirklich gut gemeint. In der windigen Herbstkälte standen sie draußen vor der Technischen Universität Braunschweig oberhalb der breiten Treppe des Altgebäudes und verteilten extra für diesen Anlass erstellte Handzettel. Die Besucher der Veranstaltung vom sogenannten “Friedenszentrums Braunschweig” erklommen die Stufen und versuchten das Gebäude durch eine der Türen zu betreten, in deren Nähe keine anderen Menschen waren und so kam es, dass die fleißigen Zettelverteiler einen Schritt auf die Besucher zu gehen musste um diese mit ihrer Aufklärung zu erreichen. Die Menschen mögen sich gegenseitig nicht, sie stehen sich reserviert, wenn nicht sogar feindlich gegenüber. Weder mögen sie anderen zuhören, noch, wenngleich schon eher, ihnen etwas erzählen, sofern es dann belanglos genug ist.

Die Zettelverteiler hatten anderes im Sinn. Sie wollten den Menschen nichts erzählen im herkömmlichen Sinn, sie wollten den Menschen das madig machen, was die sich eigentlich nicht ausstehen könnenden doch noch zusammen hält, was sie eint: Eine diffuse Solidarität, wenn nicht gar Liebe zu ihrem Brudervolk, den “Palästinenser” und ein äusserst konkreter, kategorischer Hass auf Israel und die Juden. Dass dies so sei, so hatten die Kritiker draußen davon eine gewisse Ahnung, keine andere Motivation schließlich verleitete sei dazu, sich dieser Unlust auszusetzen, anstatt die Friedensmichel Friedensmichel sein zu lassen und sich mit ein paar an materialistischer Kritik interessierten bei erfrischenden Kaltgetränken in geselliger Runde zusammen zu finden. Nein, ihr Idealismus war allgegenwärtig. Eine Veranstaltung kommentarlos stehen zu lassen, so der verfasste Text, die einen “guten Juden” (so ein bekannter Braunschweiger Kinderarzt und Judenhasser auf einer Veranstaltung zu Antizionismus mit Thomas Haury) einlädt, um sich ihren eigenen Israel- und Judenhass als pazifistische, deutsche “Meinung” bescheinigen zu lassen, wurde zurecht als das denunziert, was sie ist: infam.

Doch der Idealismus der Kritiker war groß, der Ton der Kritik war harmlos, so gut wie nicht polemisch und insbesondere zierte er sich davor, das Problem zu benennen. Statt den durchweg und ausnahmslos antisemitischen Charakter dieser Veranstaltung zu benennen, wurde sich hinter Floskeln versteckt, die versuchten die Kritisierten noch mit ins Boot zu bekommen und somit des Gegners Position doch noch zu umgarnen. Dass von dem israelischen Kronzeugen der Zionismus mit Faschismus gleich gesetzt wurde und dieser ein Anhänger der “Boycott, Divestment, Sanctions”, kurz “BDS” war, wurde allerdings benannt. Für deutsche Gutmenschenlümmel, die sich in ihrer eigenen, zumeist verbeamteten, moralischen Dignität suhlen und/oder hohe “Opfer-” und Witwenrenten beziehen, hingehen ein willkommener Anlass, sich endlich mal wieder gegenseitig seine Gesinnung zu bestätigen und den Juden das übel zu nehmen, was Deutsche eben am meisten stört, dass sie noch leben und zudem noch in der Lage sind sich mehr oder weniger zu verteidigen.

Dann kreuchten auch schon die ersten Elendsgestalten, denen das psychische und physische Elend tatsächlich aus dem Knopfloch lachte, die Treppe herauf. “Wisst ihr wer hier schon stand?” fragte ein alter und ungepflegter Mann die jungen Menschen, seine Aufmerksamkeit genießend? Die Anwesenden ahnen es ohne es aussprechend zu wollen, was nicht auf den Inhalt des Gesprächs, sondern eine vermeidbare, längere Konversation mit dem in die Jahre gekommen Friedensfreund zurück zu führen ist. “Adolf Hitler” offenbart er stolz und auf die Frage, ob dies bei seiner Einbürgerung in Braunschweig sich zugetragen hat, weiß der Friedensmichel kund zu tun, dass er sich des deutlichsten und vernichtendsten Argumentes gegen Rechtsradikalismus bewusst ist, welches darin besteht, “dass Hitler gar kein Deutscher, sondern Österreicher war”.

Die Karawane des Schreckens, des Verfalls und der Resignation schleppt sich forthin die Treppen hoch. Gestalten, die Teils selbst an Kriegsversehrte erinnern, kämpfen sich mit ihren Krücken die Treppe hoch und tuen kund, dass sie als deutsche Kriegsopfer keine Belehrungen über Krieg brauchen, schließlich wissen sie es selbst am besten, weil “das ja alles damals so schrecklich gewesen war”. Kein Argument ist zu dumm, Selbstreflektion ist ein Graus, es geht um pures Ressentiment. Diejenigen, die noch anständig laufen können und die fast schon all zu sehr an Lehrer und Pädagogen erinnern, nehmen das Flugblatt kritisch zur Kenntnis, tuen so als ob sie das Argument schon lange kennen und marschieren weiter. Es verwundert zu diesem Zeitpunkt dann doch, dass niemand wirklich des Lesens und Verstehens mächtig ist und Widerspruch einlegt. Auch wenn der Text der Kritik eher solidarisch ist, den Kern trifft es durchaus. Selbst die verschleierten Frauen nehmen den Text sorgsam an sich. Es gleicht einer Farce.

Die psychisch Gestörten nehmen derweil im Hörsaal platz und dann beginnt auch schon das Braunschweiger Volkstribunal gegen Israel. Von “jüdischen Konzernbossen, die die Welt regieren” ist da die Rede, “dass man nicht immer auf die Deutsche Geschichte verweisen, sondern lieber mal einen Schlussstrich ziehen sollte” aber besonders einig ist man sich und der Alibi-Jude Edo Medicks unterstreicht dies ausdrücklich, dass “Israel ein Fremdkörper in der Arabischen Welt” ist. Das also ist des Friedenszentrums Friedensdefinition, die einzige Demokratie des Nahen Ostens als faschistisch (Zionismus ist Faschismus, so Edo Medicks) zu brandmarken um so gleich den menschenfeindlichen Königreichen, den steinigenden Clanherrschaften und den Atomwaffendikaturen einen deutsch-pazifistischen Persilschein zur Vernichtung Israels aus zu stellen.

Was Eike Geisel einmal schrieb und was dieser Tage oft rezipiert wird, ist schon lange nicht mehr gültig: “Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.”

Zumindest den Vollzeitdebilen vom “Friedenszentrum Braunschweig” kann nach dieser Veranstaltung zurecht vorgeworfen werden, Israel nicht aus Friedensgründen zu verdammen, sondern eine bewusste, eine koordinierte und geplante antisemitische Hetzkampagne gegen den einzigen Staat mit Existenzrecht zu führen. Antisemitische Gründe sind dabei eine zentrale Rolle und sie lassen sich erahnen, wo sie nicht bei diversen Kampagnen gegen das “Finanzkapital”, getragen von den gleichen,  irren “Antikapitalisten”,  offensichtlich werden. Leider ist Verrücktheit und Irrationalität kein Argument gegen Antisemitismus, sind “verschwendete” Eisenbahnkapazitäten für zu vernichtende Juden kein Argument gegen Auschwitz, sondern dafür.

Unsere Helden sind derweil schon lange von den Toren der Universität abgezogen, während in den Räumlichkeiten noch über Fremdkörper schwadroniert wird. Was neben dem kalten Herbstwind bleibt ist die Frage, wie derlei Unvernunft in Zukunft zu begegnen ist. Mit polemischeren Flugblättern, Ignoranz oder etwa mit Gewalt? Die Hoffnung der Kritiker stützte sich sicherlich auch auf junge Leute, die für Kritik offen sind – wenn nun aber solcherart Veranstaltungen ausschließlich von überzeugten Antisemiten besucht werden? Was soll man tun?

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Israel – ewiger Sündenbock?

Nachfolgend dokumentieren wir eine Flugschrift, die am 13. Oktober 2010 von der “Initiative gegen deutsche Zustände” zu einer Veranstaltung des Friedenszentrums Braunschweig Verteilt wurde:

Heute findet in den Räumlichkeiten der TU-Braunschweig eine Podiumsveranstaltung „zu“ Israel statt. Der Titel lautet: „Welche Verantwortung haben wir für Israel und Palästina?“. Eingeladen sind: Michael Kleber (DGB- Regionsvorsitzende), Joachim Hempel (Domprediger aus Braunschweig) und schließlich Edo Medicks (ein ehemaliger israelischer Soldat und Fotograf).

Veranstaltet wird diese Podiumsdiskussion vom Braunschweiger Friedenszentrum, das damit seine politische Agenda fortsetzt: Die leidenschaftliche Agitation gegen Israel. Nach den gänzlich unkritischen Solidaritätserklärungen des Friedenszentrums für die „Gaza-Flotilla“*1*, die maßgeblich von der islamfaschistischen Organisation „IHH“ organisiert wurde und auf der rigide Geschlechtertrennung herrschte und der Hetzveranstaltung im Juli 2010 mit Edo Medicks, der Israel als einen „ideologischen Staat“*2* diffamierte (als gäbe es einen Staat der nicht ideologisch wäre) und Zionismus mit Faschismus gleichgesetzt hat*3*, setzt das Friedenszentrum seinen Aktivitäten gegen Israel nun fort und fragt suggestiv „Welche Verantwortung haben wir für Israel und Palästina? Welche Verantwortung hat Israel für die Region?“.

Mit dieser Fragestellung suggeriert das Friedenszentrum zweierlei Voraussetzungen, zum einen, dass die als „wir“ imaginierte „deutsche Volksgemeinschaft“ sechzig Jahre nach Auschwitz ordnungspolitisch ausgerechnet über die Zukunft Israels zu urteilen hätte und zweitens wird Israel alleine für die Verhältnisse in „Nahen Osten“ verantwortlich gemacht, Antisemitismus, Krieg und islamischen Terrorismus eingeschlossen. Dass Teile der Friedensbewegung, gewollt oder ungewollt, einer antisemitischen deutschen Tradition nachgehen, nämlich die Schuld bei Israel als dem „Juden unter den Staaten“ zu suchen, ist dabei kein Zufall. Statt „Juden“ denunziert man in Deutschland seit Auschwitz lieber den Staat Israel, im Selbstverständnis des „neuen Deutschlands“ ist offener Antisemitismus seit der Shoa öffentlich sanktioniert. Zudem bietet diese Projektionsleistung den Vorteil, dass indem die Deutschen Israel als Schuldigen und Aggressor identifizieren, sie sich desto mehr ihrer eigenen Nationalsozialistischen Vergangenheit entledigen können. Statt der Gewaltförmigkeit von Staatlichkeit an sich, die das Friedenszentrum überhaupt nicht interessiert, zu thematisieren werden alle Widersprüche und Konflikte einfach auf Israel projiziert.

Bei dieser herausragenden Projektionsleistung spielt Edo Medicks eine besondere Rolle. Der als „ehemalige Besatzungssoldat“ angekündigte Israeli, fungiert lediglich als Vorwand, den antiisraelischen Befindlichkeiten hierzulande einen guten Leumund zu bescheinigen. So sprach Edo bei der Veranstaltung vom Juli 2010 lediglich aus, was viele Deutsche schon lange denken, dass „Israel unerträglich und mehr oder weniger faschistisch„ sei. In dieser Tradition kann man 2010 in Braunschweig auch wieder fordern, was schon einmal Programm war: Israel, vulgo die „Juden“ zu boykottieren. Das dies antisemitisch ist, darüber wäre man sich sofort einig, stünde diese Forderung in den Hetzpostillen etwa der NPD, bei einer „Podiumsdiskussion“ von einem Israeli vorgetragen ist diese Position dagegen sofort Bündnis- und Diskussionsfähig.

Unter den Umständen, dass Boykottaufrufe und Faschismus-Vergleiche als diskutable Positionen dargestellt werden, halten wir es für untragbar, dass diese Veranstaltung stattfinden kann. Der Ausdruck dieser Veranstaltung ist symptomatisch für große Teile der Braunschweiger und Bundesdeutsche „Linken“. Gerade auch der sich kritisch gerierende Teil der Gesellschaft ist für strukturell oder offen antisemitische Erklärungen von der Verfasstheit der Welt empfänglich. Anstatt die Gründe für Israels Existenz aus einer analytischen Erklärung und der Unmöglichkeit der Gesellschaften, die als „jüdisch“ deklarierten Menschen vor der Vernichtung zu schützen, herzuleiten, werden einfache Erklärungen gesucht und in antisemitischer Manier an Israel abgearbeitet. Die Themenschwerpunktsetzung des sogenannten „Friedenszentrums“ bezeugt dies in beängstigender und eindeutiger Art und Weise.

Für uns gibt es in einer Welt, in der die Voraussetzungen des Antisemitismus nicht beseitigt sind keine legitime „Israelkritik“, die die Spezifik antisemitischer Denkmuster nicht mitreflektiert. Kritisiert gehören die Voraussetzungen einer Gesellschaft die Antisemitismus produziert und in der die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse Abfallprodukte der Wertverwertung sind. Die Gewalttätigkeit von Staatlichkeit findet sich auch in Israel, mit all der Grausamkeit, die diese Form gesellschaftlicher Organisierung mit sich bringt. Kritik daran jedoch nur an Israel zu formulieren offenbart eine strukturell antisemitische Weltsicht, sich dafür noch einen Israeli ein zu laden, der dies als Kronzeuge bestätigt, ist infam.

Solidarität statt Boykott!

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