Einmal Mönchengladbach und zurück

16 Okt

Die Geister die sie riefen, die bärtigen Wurzelzwerge der islamfaschistischen Salafisten-Sekte „Einladung zum Paradies e.v.“ und die sicherlich auch immer willkommene Publicity ist, so weltlich ist man dann doch selbst in diesen übrigens sehr „youtube-“ und Internet-affinen Kreisen, beginnen dennoch langsam sich der Kontrolle ihrer Urheber zu entziehen. Mittlerweile sind nicht nur die Eingänge des Hauses in Mönchengladbach von der Stadt versiegelt worden, das zur Moschee umgebaut werden sollte, auch überlegt der Häuptling der Sekte, Muhammed Ciftci, laut einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ mit seiner „Islamschule“ in Niedersachsen zu bleiben*1* und Innenminister Thomas de Maizière verspricht indirekt einen Verbot des Vereins. Auch mussten sich verschiedene Lokalpolitiker in Mönchengladbach den Fragen aufgebrachter Anwohner stellen und konnten so eindrucksvoll ihre Unwissenheit demonstrieren, indem behauptet wurde, dass „der Salafismus mit dem Islam so viel zu tun hat wie die Moon-Sekte mit dem Christentum“*2*.
Was sind nun aber die Gründe, die dafür sorgen, dass die Umma-Extremisten im Rheinland Kritik ausgesetzt sind, während in Braunschweig bis vor wenigen Monaten allerhöchstens der Staatsschutz von ihrer Existenz wusste? Zunächst hat sich in Mönchengladbach nicht nur überhaupt Widerstand geregt, er war auch erfreulich wenig bis nicht rechtsextrem motiviert. Presse und Islam-Fans viel es so besonders schwer, jegliche Bedenken ihrer zurecht auf demokratische Rechte und Freiheit pochenden Anwohner als rechtsextrem zu denunzieren. Selbstverständlich kommt die Bürgerinitiative vor Ort nicht über den Bezug zu „ihrer Scholle“, also Mönchengladbach-Eicken und positiven Bezug zu Deutschland hinaus, eine xenophobe Note, wie sie versucht wurde durch die Ausländerhasser der „Pro“-Bewegung zu importieren, konnte jedoch nicht erfolgreich etabliert werden. Vielmehr verhält man sich zum Islam eher unkritisch, indem man die Salafisten als Extremisten zu fassen versucht, während man einen „friedlichen Islam“ dagegen hält und so gleichsam mit den gemäßigten Muslimen und Verbänden zusammen arbeiten kann. Die Aussage: „Wir leben mit Menschen zusammen, mit individuellen Persönlichkeiten, nicht mit ethnischen oder religiösen Kollektiven.“*3* bringt dieses Verständnis auf den Punkt und macht klar, was in Mönchengladbach vor sich geht, nämlich bürgerlicher Protest, auf der Grundlage bürgerlicher Ideologie gegen Rechtsextremisten, die hinter diese bürgerliche Gesellschaftsform sehr weit zurück wollen.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Gegner der Scharia-Freunde ist zudem das Auftreten der Salafisten selbst. Diese organisierten nach der Versiegelung ihres Gebetsraumes aus baurechtlichen Gründen ein öffentliches Gebet auf dem Marktplatz und nutzten dieses demokratische Recht sogleich um in Form des Wandervogels Pierre den Anwohnern und der anwesenden Presse die Einführung von Scharia und Todesstrafe und die Abschaffung der Demokratie vor zu schlagen. Mit einem maßlos übersteigerten Selbstbewußtsein, wie es für autoritäre Charaktere, die sich unter der größeren Macht wähnen üblich ist ausgestattet wurden dann Presse und Anwohner in einer Weise bedroht wie man dies ich vor allem von Neonazis kennt und einem Kamerateam unterstellt „die großen Bosse in Amerika“*4* hätten ihm befohlen den Islam schlecht da stehen zu lassen. Was damit gemeint ist, sollte klar sein und so war auch den letzten Einwohnern von Eicken klar, dass diese gegenaufklärerischen Menschenfeinde tatsächlich ganz unmittelbar eine Gefahr darstellen.
Und derweil in Braunschweig? Zwar berichtet die Lokalzeitung über die Vorgänge und der Staatsschutz, der zuerst über das wegziehende Problem jubelte, hat wohl auch in Zukunft einige Arbeitsplätze mit der Überwachung des Vereins gesichert, aber auf weitergehende Kritik stößt der Verein nicht. Vielmehr kann er sogar ungestört Informationsstände, etwa in der Gifhorner Innenstadt, durchführen. Auch die „Braunschweiger Zeitung“ widmet dem Anführer Ciftci extra noch einen langen Artikel, indem sich der Rechtsextremist zu allen Facetten seiner Menschenverachtung äußern und diese verharmlosen kann*5*. Etwa, dass er Abtrünnige mit dem Schwert zu köpfen für richtig hält oder seine Ausführungen zu „Züchtigung des Eheweibs“. Auch bei Ciftci waren Anfang 2010 Bücher gefunden wurden, die nicht nur das Foltern von Frauen verteidigen und propagieren, sondern auch eine Anleitung gaben „Knochenbrüche oder Blutergüsse“ zu vermeiden*6*.
Aber Ciftci sieht sich als  Opfer, neben fiesen Salamianschlägen und „Bifi“-Verzehr vor seiner Moschee fühlt er sich von Minarett- und Burka-Verbot in Europa bedroht. „So habe auch die Judenverfolgung begonnen, sagt er.“*7* allen Ernstes in der „Braunschweiger Zeitung“, die diese unglaubliche Verharmlosung und Relativierung auch noch unkommentiert abdruckt. Das ist dann alles doch wieder nur allzu Deutsch, hier schließt sich der Kreis wieder. Statt mit den Islamisten beschäftigt man sich in Braunschweig lieber mit der Delegitimation von Israel. Die Demokraten etwa des „Friedenszentrums“, „Friedensbündnis“ oder der Linkspartei sind viel zu beschäftigt sich mit dem von der „IHH“ („Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“) organisierten Angriff auf die Souveränität Israels offen zu solidarisieren, einer Terrororganisation, die nicht nur seit Juli auch in Deutschland als solche verboten ist, sondern in der auch Steinzeitislamist Ciftci von 1992-1994 in Bosnien aktiv war.

*1* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001055

*2* Zitiert nach http://schariagegner.wordpress.com/2010/08/29/buergerversammlung-eicken/

*3*ebd.

*4* http://www.spiegel.de/video/video-1084959.html

*5* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

*6* http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31949/1.html

*7* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

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