Diskriminierungsweltmeisterschaft

26 Okt

Ja, richtig gelesen. Diskriminierungsweltmeisterschaft. Gesucht wird DER am meisten diskriminierte Mensch, da wo finden kann. Nicht von mir, selbstverständlich, aber von den Kolloquien grenzdebiler Dozenten, gendersensiblen Zirkeln, auskotz-Webseiten für frustrierte Spätpupertäre und Möchtegernrebellen. Pardon, Möchtegernrebell_***Innen. Der Legende nach hat es sich zugetragen, nicht nur auf dem „No-Border Camp Köln„, als gewitzte Berliner,  ihre ganz eigene Welt auch den armen Flüchtlingen, die sich doch nur einmal in Ruhe Grillen wollten, autoritär überstülpten und jedes Gedankenverbrechen verfolgten, ganz im Sinne Henry Fords und seiner Geheimpolizei für die proletarischen Arbeiter, die verbotenen sexuellen Praktiken und den Alkoholkonsum verfolgten. Dass all diese „Verbrechen“ als solche in den „Protokollen der Waisen von Zion“ ausgewiesen werden, ist wohl kein Zufall. Aber zurück zum Thema.

Nach Köln kommt bekanntlich Berlin und der dort ansässige Klub dauerbeleidigter-als-männlich-sozialisierte-hassender-Schreiberlingerinnen, die Rede ist von dem Blog „maedchenmannschaft„, hat sich einem Bericht der „Jungle World“ nach, an dem irren Streitthema „Critical Whiteness“, mit dem schon die Gender-Spezialisten von „Reclaim Society“ („reclaim society! möchte unterdrückende Normen und Systeme angreifen und hat in bildungspolitischer Arbeit einen Kontext gefunden, in dem durch Inputs, Workshops und dem Organisieren von Veranstaltungen, Rassismus als Teil von weißer Vorherrschaft markiert und bekämpft werden kann.“) versucht haben dunkelhäutigen Menschen den Mund zu verbieten, zerstritten. So weit so gut, nur den unsäglichen Blog der „maedchenmannschaft“ gibt es immer noch und „Critical Whiteness“ ist leider immer noch ein Dauerbrenner im linken Milieu. Aber wie kam es zu dieser Verwerfung?

Laut der Legende kam es auf dem „Slutwalk“ in Berlin dazu, als Feministinnen völlig zu Recht die archaischen Methoden des Islam anprangerten, Frauen zu Gebärmaschinen und in den privaten Bereich zu drängen, indem sie ihnen ein mobiles Gefängnis namens Verschleierung überzwingen. Den feinen Damen der nun wortführenden Abteilung der „maedchenmannschaft“ war das natürlich ein Dorn im Auge, den ganz auf Identität, also Blut-und-Boden geeichten Genderdeminarbesucherinnen ist es nämlich nicht vorstellbar, wie nicht-muslime eine muslimische Praktik kritisieren können. Im postmodernen Denken ist „die Menschheit“ nämlich eine unzulässige Verallgemeinerung, schließlich muss man ja jede „Kultur“ tolerieren, so denn sie nicht aus Europa kommt und sich einen subalternen Anstrich gibt. Während man nicht über Frauen aus Saudi-Arabien Sprechen darf, weil diese ja ihre eigene Kultur haben und schon was sagen würden, wenn der Saudi-Arabische Patriarch sie denn lässt, ist ein derartiges Problem, universell für die Menschheit und andere Vernunftwesen zu sprechen und ihre Unterdrückung anzuprangern, in einem anderen Bereich kein Problem.

Für Tiere und „die Umwelt“ das Wort zu erheben, eine Leistung die dem Menschen nur aus Vernunft und als Vernunftwesen möglich ist, was richtig ist und eben den Menschen vom Tier abhebt und gerade auch das Argument ist, warum es möglich ist für andere Menschen einzutreten und ihre „Befreiung“ zu fördern/fordern. Diesen eklatanten Unterschied merkt man natürlich nicht mehr, hat man sich an der Uni von Judith Butler, Lyotard und Derrida das Gehirn vernebeln lassen.

Die Aktion ging übrigens von der ukrainischen Gruppe „Femen“ aus, so die Legende weiter. Einer Gruppe, die man bekloppt finden kann wie man will, schließlich haben sie weder zur großrusslandfreundlichen-Band „Pussy Riot“ eine Distanz, noch haben sie von Kapitalismus auch nur einen blassen Schimmer. Dennoch haben sie den Genderfaschisten eins voraus, sie haben universelle Vorstellungen der Menschheit und artikulieren diese, fernab jedes Kulturrelativismus.

Nun mag man postmodern raunen, dass diese „sluts“ sich nur entblößen und es „der männliche Blick“ ist, der Gefallen an dieser Aktionsform findet, weil er blanke Brüste zu Gesicht bekommt. Dabei verhält es sich genau andersrum. Die Burka ist der Inbegriff von Macht, ein erzwungenes, auf Repression basierendes Kleidungsstück, während das Zeigen der Brüste von „femen“ zwar aus medienpolitischem Kalkül erfolgt, aber niemand dazu gezwungen wird , sondern eine selbstbestimmte Art des Protestes ist, die man scheiße oder toll finden kann, die ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt der angesprochenen Themen.

Das Thema „Diskriminierung“ ist dabei aber noch nicht abgeschlossen. Schließlich gibt es sie. Nur macht es einen Unterschied, ob sie von den örtlichen Gewaltherrschern verordnet wurde oder sie rechtsstaatlich unter Strafe steht. Bei ersterem ist es einfach ein anachronistischer Skandal, bei zweiterem gilt es sie mit dem Gesetz zu bekämpfen und dieses somit zur Geltung zu bringen. Wohlwissend, dass in einer kapitalistischen Gesellschaft nie jemand zu seinem Recht kommen wird, ausser der Vertragsfähigkeit.Während man hierzulande, insbesondere am Institut der örtlichen Gender-Studies den subalternsten Menschen, den Diskriminiertesten sucht, denjenigen, auf den die meisten hektisch herbeihalluzinierten (eigenen) Ressentiments passen, versuchen andere das Ganze in Blick zu nehmen, haben einen Begriff der universalen Menschheit und werden von beiden angefeindet, den Genderfaschisten der

„maedchenmannschaft“ und den (politischen) Moslems. Dann lieber „femen“, Liberale und vor allem kritischer Materialismus.

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Eine Antwort to “Diskriminierungsweltmeisterschaft”

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  1. Im Sektenbunker brennt noch Licht. « stop! talking. - Oktober 30, 2012

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