Göttingen ist „empört!“

17 Dez

Wetten, dass..? aus AugsburgWer schon einmal das fragwürdige Vergnügen hatte, an Göttinger „Linke“ zu geraten, die nicht der antiimperialistischen Sekte „A.L.I.“ zuzurechnen sind, sondern sich vor allem aus deklassierten und überflüssigen Gestalten zusammensetzt, die von DGB und anderen  NGOs alimentiert werden, weiß, von wem in unserem heutigen Fundstück die Rede ist. Es handelt sich um jene Sorte veganer, antizionistischer, queerer, postmoderner Spinner, die sich weder um ihre körperliche Erscheinung noch um ihren Intellekt sorgen, in Ekelbarracken und auf herunter gekommen „Bauwagenplätzen“ hausen und alles und jedem die Schuld an ihrer Misere geben, sei es dem „Patriarchat“, dem „Kolonialismus“, dem „rassistischen Normalzustand“ und nicht zu vergessen natürlich dem Gebrauch des „kolonial-rassistsiche[n] >N.<-Wort[es]“, nie jedoch bereit sind, auch nur für eine Sekunde über so etwas wie Gesellschaftskritik nach zu denken. Für sie bedeutet Kritik, an Dingen rumzumäkeln, die ihnen nicht passen und sie anschließend anderen Leuten zu verbieten. So geschehen vor einigen Jahren mit der Sendung Tatort, der die schlechte Behandlung von Flüchtlingen zum Thema hatte und versuchte dies darzustellen. Prompt fing er sich den Vorwurf der Göttinger-Gralshüter ein, Rassismus zu zeigen, dass genau dies der Zweck der Übung war, fiel den Moralhütern selbstverständlich nicht ein. Stattdessen wurde beleidigt an die Programmverantwortlichen geschrieben. Eine Art Selbsterniedrigung, die jeder vernünftige Mensch (und auch die Programmverantwortlichen) nur mit ungläubigen Kopfschütteln quittieren kann.

Erneuert wurde dieses Schauspiel nun ausgerechnet anhand einer Veranstaltung der „Gruppe3“ aus ebenjener Stadt mit Dr. Rolf Röhrig vom GegenStandpunkt (dort ist man bekanntlich ziemlich Titelgeil) zum Thema „Rassismus – Wie er geht und wie man ihn besser nicht kritisiert“. Nun mag man vom GegenStandpunkt halten was man will, weder sind sie für Humor bekannt, noch für spannende Vorträge, schlauer als die postmodernen Zombies dieser so häßlichen wie unwichtigen Stadt Göttingen sind sie allemal. Und so begab es sich, dass einige „Empörte“ in bester Wutbürgermanier anonym „offene Briefe“ gegen diese Veranstaltung zu versenden begannen und im Nachgang der Veranstaltung, bei der der Referent noch versuchte sich mit den Argumenten seiner Gegner auseinander zu setzen (ca. nach einer Stunde), einen weiteren bösen Brief aufzusetzen. Doch warum? Die „wichtigsten“ Argumente finden sich im folgenden zusammengefasst:

„dass der Referent die ganze Zeit bewußt ungegenderte Sprache nutzte“

„Den ganzen Abend über wurden vom Referenten als auch von Teilen der Besucher_innen der Veranstaltung rassistische Begriffe gebraucht, deren Nutzung verteidigt, deren Bedeutung verharmlost.“

„Selbstgewählte Bezeichnungen von People of Color und Schwarzen wurden ignoriert, bzw vorsätzlich abgesprochen. Hiermit setzt sich die kolonial-rassistischer Praxis fort, dass weiße über Schwarze und PoC reden und damit Gewalt auszuüben, bzw die eigene (weiße) Position innerhalb der weiß-deutschen Dominanzgesellschaft festigen“

„Der Referent erdreistete sich sogar zu sagen, dass „der Wechsel der Selbstbezeichnungen so schnell gehe, wie der Wechsel von Unterwäsche“. “

„Im weiteren Verlauf benutzten auch immer wieder Leute aus dem Publikum z.B. das kolonial-rassistsiche „N.“-Wort.“

„Gegen Ende wurde dann von einem Redner (nachdem er Vergleiche von Menschen mit der Tierwelt gezogen hatte) die Aussage getroffen, dass es doch sehr wohl Unterschiede zwischen Schwarzen und weißen geben würde.“

„Dem wiederholten Wunsch nach dem Rausschmiß der hier beschriebener Rassist_innen wurde von jemandem aus dem Publikum entgegnet, man solle sie doch selbst rauswerfen.“

„Diese Veranstaltung war pure Gewalt, angereichert mit weiß-deutsch-akademischer Arroganz.“

Auf die lächerlichen Vorwürfe im einzelnen einzugehen ist mir zu peinlich, gerne kann man hier den Vortrag nachhören oder die Stellungnahme der „Gruppe3“ nachlesen. Die Selbstgefälligkeit und Dreistigkeit der Göttinger „Empörten“ jedoch ist schon an pathologischen Größenwahn erinnernd, hat man statt Argumenten lediglich Aufrufe zu Verboten in der Tasche: „Wir fordern ein Veranstaltungsverbot für die Gruppe 3 in allen Räumen, die sich als emanzipatorisch verstehen.“ und verweist auf das Betroffenheitsgejammer einer Noah Sow, das selbstverständlich ohne Begriff von Gesellschaft auskommt, das man als verwahrloster Postmoderner aber immer als „PoC-Perspektive“ vor sich her tragen kann um anderen den Mund zu verbieten.

Ich kann vor Göttingen und seinem Bauern-Mob nur warnen. Wer sich selbst überzeugen will, dem empfehle ich im „Theaterkeller“ oder in einschlägigen Szene-Spelunken bei einem Bier über Sinn und Unsinn von Definitionsmacht zu diskutieren.

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Eine Antwort to “Göttingen ist „empört!“”

  1. Hallo Januar 8, 2015 um 17:08 #

    danke für diesen köstlichen beitrag! 😀

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