Tag Archives: Antisemitismus

Ferguson to Palestine

25 Nov

ferguson-palestine

 

Im Zuge der Proteste gegen die Entscheidung einer Jury in Ferguson, den Todesschützen eines jungen Schwarzen nicht anzuklagen, kam es in der Nacht auch in Seattle zu Protesten. Unabhängig von der Einschätzung dieser tatsächlich fragwürdigen Entscheidung der Jury, sei hier auf ein Banner verwiesen, das in Seattle gezeigt wurde. Es versucht zwanghaft eine Verbindung zischen dem Tod des Jugendlichen und Israel herzustellen, was in seine Wahnsinnigkeit, Obsession und Gleichgültigkeit gegenüber dem tatsächlichen Opfer grenzenlos ist. Was interessiert irgendwelche „BDS“-Hinterwäldler schon der Tod eines jungen Mannes. Hauptsache Israel wird boykottiert.

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Wahnmache in Braunschweig

17 Nov

Ein Artikel über die auch in Braunschweig ansässigen „Montagsmahnwache“ war längst überfällig. Nur wie macht man das? Zum einen sind deren Protagonisten so verrückt, dass man in Schwierigkeiten gerät gerät will man sie kritisieren, weil jede Lüge und jeder Aberglaube an sich schon substanzlos ist, zum anderen stellt sich die Frage, ob eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihnen, den geltungsbedürftigen Friedensfreunden nur zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt. Hielte man etwas davon, sie wären ein Fall für das örtliche Bündnis gegen Rechts oder eine angeschlossene Antifa-Gruppe, zumindest aber bürgerliche Organisationen müssten diesem Treiben ein Ende bereiten oder sich zumindest deutlich von den Verfolgungswahnsinnigen distanzieren und die Sache wäre erledigt. Die aber haben scheinbar besseres zu tun, oder schlimmer, teilen inhaltliche Punkte. Stattdessen  geben sich alle die Klinke in die Hand und es kommt zu den, auf den ersten Blick, obskursten Zusammenkünften.

Wo von „Zinsknechtschaft“ die Rede ist, von einer „verdummenden Spaßgesellschaft“, von tödlichen Impfungen und obskuren „Chips“ die ins Essen getan werden, von einem „Imperialismus“ des Westens und natürlich von Israel, von „Frühsexualisierung“ und einer schadhaften „Vergnügungssucht“ und selbstverständlich einem „Geldsystem“, dass (oh Wunder) nicht den Menschen nutzt, da kommt womöglich zusammen, was zusammen gehört.

Die NPD war schon da, der Recherche Blog 38, der sich wiederum nur an den anwesenden Proll-Nazis störte, islamistische Jugendliche, die Werbung für ihren Vernichtungsfeldzug gegen Juden und für eine islamistische Türkei machen durften, der Helmstedter „Infokrieger“-Depp Jens Blecker und wenn es um „Frieden“ und „Braunschweig“ geht, darf natürlich ein verwirrter ehemaliger Arzt nicht fehlen, der jeden mit E-Mails von Uri Avneri zubommt, dessen Mail-Adresse er ausfindig machen kann. Dazwischen lauter Barfuss-Hippies, alte dicke  Frauen die furchtbare Lieder krächzen, Veganer, Gesellianer, Tauschring- und lokale Währungs-Spinner, Bäumeumarmer, Selbstversorger, Betroffenheitsweltmeister, Putin-Fans, verwirrte Mütter und Jugendliche, Konsumkritiker und Gutmenschen. Es handelt sich bei dieser Braunschweiger Montagswahnmache tatsächlich um die stinkende, traurige Kloake einer Mischpoke aus abgehängten Verlierern, die nicht mal in den sonst für solche soziopathischen Fälle vorgesehenen Vereinen und Institutionen, wie der Linken, dem Friedenszentrum, dem Friedensbündnis, den unzähligen Öko-Spinnerbanden oder eben der örtlichen Kameradschaft aufgehen konnten.

Und so kam es, dass sie, beeinflusst durch antisemitische und neurechte Koryphäen wie „Ken Jebsen“ oder „Jürgen Elsässer“, dumpfbacke „Sven Mährholz“ oder attac-Genie „Pedram Shayar“, ihre eigene traurige Veranstaltung in Braunschweig gründeten.

Auf die Personen, wie den wirklich nett wirkenden „Rick“, der die Veranstaltung moderiert, oder den übergewichtigen, freundlichen Onkel „Olli“, der trotz seiner stolzen Plautze und seiner nach eigenen Angaben „noch nicht ganz perfekten Ernährungsweise“ gerne mal die Besucher des Cafes „X-Trend“ dazu auffordert so bewusst zu essen wie er, wird eventuell noch einzugehen sein.

Der hiermit angekündigte nächste Beitrag über die Montagswahnmache in Braunschweig wird sich jedoch einer Protagonistin zuwenden, die entgegen der meisten sehr irren, aber substanzlosen Reden, ziemlich konkret, wenn auch vermutlich unfreiwillig, den autoritären, zwanghaften und vor allem hasserfüllten Charakter dieser Veranstaltungen und die psychische Disposition der Teilnehmer offenbart: „Zeynebs“ Rede über den Islam. Sie zeigt wie keine andere gehaltene Rede auf dieser Veranstaltung was die Teilnehmer eint, was die Ideologie der „Montagsmahnwachen“ ist und was den Islam so anziehend macht wie andere rechtsextreme Bewegungen:

1) Unverständnis der Funktionsweise der Welt gegenüber

2) aus diesem Unverständnis heraus geborener Hass auf alles Abstrakte

3) die Konkretisierung dieses Abstrakten in den „Herrschenden“, ausgesprochen in den „Juden“, „Zionisten“ oder eben „Israel“

Erscheint in den kommenden Wochen.

12. Juli 2014: Naziaufmarsch in Braunschweig

11 Jul

Noch Unbekannte Rechtsextreme rufen auf Facebook für den 12. Juli zu einer „Demonstration gegen Israel“ auf. Ursprünglich scheint die Idee einerdrohung Demonstration aus dem islamfaschistischen Lager zu kommen, welche Richtung genau ist zur Zeit noch unklar. Auch das Motto der Veranstaltung wurde mittlerweile in „Demo gegen Völkermord in Palastina“ (Fehler im Original) geändert und die Teilnehmerzahl geht bei Facebook stark auf die 1000 zu.

 

Auch die neonazistische Partei „Die Rechte Braunschweiger Land“ ruft auf ihrer Facebook-Seite zur Teilnahme auf. Wie im historischen Bündnis zwischen dem Mufti von Jerusalem und Adolf Hitler stehen auch hier deutsche und arabisch-moslemische Nazis Hand in Hand. Die „Mahnwache für den Frieden“ aus Braunschweig, die sich vor allem aus Verschwörungstheoretikern, Esoterikern, antisemitischen Zinskritikern und geistig Verwirrten zusammensetzt, ruft ebenfalls zur Teilnahme auf. Ob sich auch die Partei „Die Linke“, die in Essen an einer ähnlichen Veranstaltung teilnimmt, auch in Braunschweig für eine Teilnahme entscheidet, ist im Moment noch offen.flaggenstreit

 

Bereits vor einigen Jahren gab es in Braunschweig eine Demonstration gegen Israel. Es war einer der größten rechtsextremen Manifestationen in Braunschweig in der Nachkriegszeit. Offen wurden Flaggen der Terrororganisation „Hamas“ gezeigt, antisemitische Parolen gerufen und Menschen bedroht, die nicht in das Weltbild der moslemischen Nazis passten. Damals beteiligten sich auch stalinistische „Linke“ aus der antiimperialistischen Szene an dem Naziaufmarsch.

 

Die Lage hat sich jedoch geändert. In den Diskussionen zu der Veranstaltung am 12. Juli bedrohen sich Sunniten und Schiiten gegenseitig, Türken beschimpfen sich mal als kemalistisch, mal als zu religiös. Gegenseitig will man sich die „Hisbollah“-Fahne aus der Hand reissen, andere trachten wiederum danach „ISIS“-Flaggen zu zerreisse. Das hat dazu geführt, dass der Anmelder alle Flaggen verboten hat, die nicht einem Land entsprechen. Hier wird spannend zu beobachten sein, wie etwa die Salafisten aus Braunschweig auf iranische und syrische Flaggen reagieren, hitlerschließlich sind beide Parteien ja gerade dabei sich gegenseitig im Nahen Osten abzuschlachten – was nebenbei bemerkt, die ganze Veranstaltung noch absurder macht, wo doch Israel das kleinste Problem der Muslime ist, verglichen etwa mit dem Krieg in
Syrien und den Zuständen in nahezu allen moslemischen Ländern.

 

Da eine Gegenkundgebung weder absehbar ist, vermutlicherweise auch kaum von der Polizei vor dem wütenden Nazi-Mob geschützt werden kann bleibt einzigdie Hoffnung, dass sich die bis aufs Blut hassenden moslemischen Nazis gegenseitig erledigen. Die deutschen Nazis bekommen sowieso nichts hin und sind gesellschaftlich genauso isoliert wie die Spinner von der Montagsmahnwache.

 

 

nazis

 

 

In diesem Sinne: Gegen die palästinensische Konterrevolution!

„Die palästinensischen Massen haben nur eine Chance, die sie nicht ergreifen. Ihre Zukunft im emanzipatorischen Sinn liegt allein an der Seite Israels und gegen ihre Führung und die mit ihr verbündeten Staaten. Sie müßten eine Kulturrevolution radikalsten Ausmaßes veranstalten, die keine nationale Aussprache sein dürfte, sondern eine Selbstkritik in antinationaler Absicht – eine Selbstkritik, die mit der Kritik an jener verrohten und verrohenden Religion beginnen müßte, der man den Schein der Barmherzigkeit vom Gesicht reißen müßte, um das unbarmherzig unmenschliche Wesen dieser Zurichtungsanstalt für willenlose Volksgenossen kenntlich zu machen. Diese Religionskritik müßte anheben mit der schneidenden Kritik von Kollektivismus und Entbehrung und hätte an ihre Stelle das Lob des Individuums zu setzen, das in Luxus und Lust Erfüllung findet – die bittere Erkenntnis, daß dies unerreichbar ist, wäre der Anfang des Aufbegehrens gerade nicht gegen Israel, sondern gegen eine weltweite Vergesellschaftung, die all dies nicht zulassen will. Was den palästinensischen Massen nicht gelingt, ist nicht allein ihre Schuld und liegt möglicherweise auch objektiv außerhalb ihres Könnens. Doch was in den palästinensischen Autonomiegebieten mißlingt, muß nicht im Mißlingen der Kritik an diesen Zuständen enden. Jene, die weit eher in der Lage wären, am Beispiel Israel zu erkennen, wofür die palästinensische Aggression und ihre weltweite Unterstützung steht, denen seit Jahrzehnten vorzuwerfen ist, daß sie ihre zur Kritik nie gereiften Sehnsüchte dauernd auf periphere Aufstandsbewegungen projizieren, statt das Unwesen im eigenen Land zu bekämpfen – die Linke also steht vor einer Entscheidung, deren Ergebnis darüber befinden wird, ob sie unweigerlich Teil der moralischen Weltordnung sein und von Intifada zu Intifada eilen wird, oder ob sie sich auf die Seite der Emanzipation schlägt, also parteilich für ihren prekären, unter dem Zwang der unmenschlichen Verhältnisse Staat gewordenen Ausdruck, Israel, sich einsetzt und damit gegen jedes organisierte Volkstum agitiert, nenne es sich nun deutsch oder palästinensisch.“

Redaktion Bahamas

Justus Wertmüller – Islamismus und Faschismus

14 Mrz

Unter diesem Titel geistert zumindest ein Vortrag von Justus Wertmüller durch das Netz. Es handelt sich um eine Sendung von „Sachzwang FM“, in der zwei Vorträge zusammen gefasst sind. Zum einen der Vortrag von Matthias Küntzel zu seinem Buch „Djihad und Judenhaß“ und als zweiter Vortrag eben eine Aufnahme von Justus Wertmüller, vermutlich aus den frühen 0er-Jahren…? Weil ich den Vortrag für hochaktuell halte und er sich hinter dem von Küntzel etwas versteckt, habe ich ihn einmal einzeln hochgeladen und empfehle ihn.

Justus Wertmüller – Islamismus und Faschismus by Negativenoon on Mixcloud

And the Winner is: Jakob Augstein!

27 Dez

Zumindest für den Zuständigkeitsbereich Deutschland – für den Weltmeistertitel in Antisemitismus hat es dann doch nicht ganz gereicht. Das wäre ja auch geradezu unfair den Despoten und Mullahs des islamischen Faschismus gegenüber. Aber den Preis „Offenster antisemitischer Newcomer im Bereich Medien“ des Simon Wiesenthal Center hat sich Jakob Augstein wirklich redlich verdient, schließlich ist er „im Zweifel links“. Und was er so für „links“ hält oder was vielleicht auch so als „links“ gelten muss, dass ist ja schließlich spätestens seit der RAF bekannt und braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden. Ein Blick in den „Freitag„, die „Süddeutsche„, die „Zeit“ genügt und im Zweifel fragt man einfach die ansässige Antifa, den Wahlkreisabgeordneten der lokalen „Linkspartei“ oder eben einen greifbaren Vertreter der Friedensbewegung.

Ja – Deutschland ist links, links ist Deutsch! L’chaim Jakob.

Die anderen Plätze finden Sie hier (PDF).

Augstein

So denkt ES im Wahlpöbel

29 Nov

Die gefährlichste antisemitische Partei in Deutschland, die Linke, zeigt mal wieder ganz offen, wessen Gesinnung ihr Wahlpöbel so an den Tag legt: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Facebook-Seite von Gregor Gysi

„Lasst mich doch in Ruhe, mit eurer Politik…“- Drei Thesen zu „Critical Whiteness“

4 Nov

Drei Thesen zu „Critical Whiteness“, gewidmet insbesondere accalmie, die mir sehr höflich begegnet ist.

1. „Critical Whiteness“ erfüllt Bedürfnisse. Ist zeitgemäßer Okkultismus mit angeschlossener Wohlfühlabteilung. Einmal im Leben, zumal im falschen, auf der richtigen Seite stehen, in Selbstgeißelung zerfließen, sich einfühlen in das Objekt der Begierde, eins werden mit den Unterdrückten dieser Welt im antinomischen Rauschen der betonten, eigenen, tatsächlichen oder eingebildeten „Privilegien“. Ein kleines Stück Torte der Selbstvergewisserung in einer Bäckerei, die feindselig ist und sonst nur Ungewissheiten bereit hält. Einmal wenigstens das Gefühl haben, etwas richtig machen zu können, die Vorzüge eines geschlossenen Weltbildes erahnen, in den betroffenen Blicken des „Reflexionskreises“ dahin schmelzen und dabei das Gefühl genießen, die Unlust bereitende Tätigkeit des Denkens einzutauschen, gegen das lebenslange Versprechen, jederzeit über seine „privilegierte“ Stellung Auskunft zu geben und dies ganz schlimm zu finden, analog zum Argument der Erzieherin im Kinderhort, mit dem sie den Plagen den Spinat schmackhaft macht. Aber auch ganz materielle Bedürfnisse kann dieses „Forschungsfeld[es]“ (Fatima El-Tayeb) befriedigen. Die unzähligen „Trainings“, „Seminare“ und „Workshops“ wollen organisiert und geleitet werden, ganz idealistisch natürlich, nur gegen einen geringen Obulus namens Aufwandsentschädigung. Zur Befriedigung des Gewissens auch noch das der materiellen Bedürfnisse? Aber immer gern. Oder ist ein Doktortitel, ein Hausarbeitsthema oder eine Abschlussarbeit gefällig? Wie wäre es mit „Shaft vrs. Minority Report – Blackness and Whiteness in Hollywood Film“ (grin.com), einer Frage über die man dann gleich noch einen Vortrag beim nächsten Antira-Arbeitskreis halten könnte. Oder einen Beitrag für den nächsten Sammelband des universitären Zitierkartells? (1) Das ist doch eine win-win Situation + Empowerment, also triple-win. So kann man aus seinem paternalistischen Eintreten für die Armen dieser Welt auch noch eine erkleckliche Industrie machen.

2. „Critical Whiteness“ ist postmodern. Also Geschwätz. D.h. man kann ewig darüber reden und wird doch nie zu einem Ergebnis kommen. Das ist wiederum gut, denn siehe Punkt 1: Dann kann man auch endlos davon profitieren. Also will man auch gar nicht zu einem Ergebnis, gar einem Urteil kommen. Man gefällt sich schließlich als kritischer Diskursschuft. Im endlosen Universum von Knotenpunkten, Diskursen, Verflechtungen, Macht und  Diskriminierung gibt es viel zu entdecken, so dass die nächsten Forschungsgelder schon beantragt sind. Die nächste Fakultät der „Gender-Queer-Whiteness Studies“ mit Fokus auf „Able-“ und „Ageism“ ist sicherlich  in Gründung, da fragt die nächste bereits nach dem „Zusammenwirken verschiedener Herrschaftsmechanismen in der industriellen Tierhaltung“ (2). Dabei merkt man natürlich nicht, dass man selbst noch Foucault Unrecht tut, der ja immerhin wusste, dass er nichts aussagt und aussagen kann. Der wunderbare Begriff der „Diskriminierung“ passt hier wie Arsch auf Eimer. Er ist uferlos. Macht die Thematisierung von Diskriminierung bei Flüchtlingen etc. ja durchaus Sinn, zumindest aus humanitärer Sicht, wird es bei Alters- oder Tierdiskriminierung albern. Und wenn doch nicht, ist es nicht an der Zeit neue Diskriminierungsstrategien der Herrschaft aufzudecken? Die Diskriminierung im Supermarkt durch die schlecht gelaunte Kassiererin, der doofe Türsteher oder meine Freunde, die ihren Insiderwitz nicht mit mir teilen wollen (also gewaltförmige Macht- und Wissenshierarchien mir gegenüber)? Diskriminiert die Gesellschaft uns nicht alle? Und überhaupt: Wie verhält es sich mit transspezieistischer Diskriminierung; wenn meine Katze mich schon wieder ignoriert? Man ahnt, der Begriff der Diskriminierung ist zur Analyse von Gesellschaft völlig ungeeignet, man ahnt aber auch, es werden noch viele Bücher geschrieben und noch mehr Workshops und Empowerment-Seminare das Licht der Welt erblicken.

Denn genau so läuft es im (universitären) postmodernen „theoretisieren“, weder will man etwas wissen oder kritisch durchdringen, noch ein, gar politisches, Urteil fällen. Begriffslos arbeitet man sich an der Erscheinung ab ohne überhaupt dessen Konstitutionsbedingungen auch nur zu erwähnen und gefällt sich so im Verdoppeln des ohnehin schon schlechten Bestehenden. Genau das entspricht aber auch dem Anspruch einer neuen Laberwissenschaft: „Es ist an der Zeit, gegen die Weiße Normativität und ihre Tabuisierung in Rassismus. und Geschlechterforschung Widerspruch einzulegen.“ (3) formuliert Eske Wollrad ihr revolutionäres Programm der fundamentalen Kritik. Putzigerweise ist sie es auch, die den Autonomen ihr liebstes Mädchen weg nehmen will, Pippi Langstrumpf. (4) Das es gar nicht der Anspruch der „Critical Whiteness“ ist in irgendeiner Weise „Critical“ zu sein, darauf sei hier also explizit hingewiesen, weil dies ihnen unberechtigterweise gerade von Kritikern häufig unterstellt wird.

3. „Critical Whiteness“ ist unkritisch. Und zwar so gut es geht, fällt man hier doch noch hinter den schlimmsten antirassistischen Quatsch zurück, der immerhin nicht rein nominalistisch war, jedoch geradezu als Bewegung auf Rechnung und im höheren Interesse des Staates zu handeln schien. (5) Sucht man die rassistische Unmensch-Setzung an sich selbst zu fassen, ganz so als würde sich das Kapital abends bei einem Wein hinsetzen und zu konstruieren beginnen, ist „Critical Whiteness“ nur der folgerichtige „Dekonstruktionsversuch“, der doch nur die gedankliche Bewegung der völlig deformierten realen Subjekte nach zu zeichnen versucht und zu seiner „eigentlichen“ Bestimmung setzen möchte, ein Scheitern im ontologischen Rauschen. Die soziale Genesis, auf die die Begriffe verweisen wird ignoriert, davon kann man nichts wissen und möchte man auch gar, würde dies doch die eigenen Vorraussetzung des begriffslosen Herumdoktorens untergraben. Vielmehr wird so getan, als wären es die gesellschaftlichen Symptome, die sich selbst konstituieren: „Der ‚wissenschaftliche Sozialismus‘ lässt grüßen: bewaffnet mit der ‚richtigen Theorie‘ will man den Klassenfeind auf seinem eigenen Felde schlagen, indem man die Objektivität der Sache selbst besser darzustellen vermag. So wenig aber der Kommunismus darin bestehen kann, das Wertgesetz ‚richtig‘ anzuwenden, so wenig kann die Kritik des wissenschaftliche Denken für sich instrumentalisieren, ohne sich selbst, d.h. die Kritik aufzugeben.“ (6) „Critical Whiteness“ will gar nicht mehr, wie der gewöhnliche Antirassismus, die Menschen an ihr postuliertes Gleichheitsversprechen erinnern und dieses zur Geltung bringen (wobei genau jene Gleichheit, die der repressiven Vergleichung aller durch das Kapital, der Ursprung des Ausschlusses des Unmenschen ist – dies ist das Elend des Antirassismus). Was „Critical Whiteness“ so schwer zu kritisieren macht, ist seine grenzenlose Idiotie, selbst nicht einfach nur Ideologie zu sein, sondern ideologische Gegenideologie. Ideologische Zuschreibungen heraus zu kitzeln, darin zu baden und dabei zu meinen sie zu zerstören, während doch nicht viel mehr rauskommt als ein Menschenzoo, für den täglich neue Käfige zu bauen sind um noch die letzte „queere Muslima“ in einem Biotop des positiv gewendeten Kulturrassismus einsperren zu können, das ist die Essenz von „Critical Whiteness“.

Dabei wäre es doch einfach mal zu beachten, das die Konstitutionsbedingungen dieses Denkens selbst schon in Gefangenschaft stattfindet, der verschweissten Subjektivität des Staatsbürgersubjektes nämlich. Was man darf und was nicht, entscheidet nämlich gerade nicht der Rassismus, wie uns Eske Wollrad weiß-machen will, sondern die „repressive Egalität“ der totalitären Wertvergesellschaftung. (7) Und die basiert eben auf der negativen Gleichheit. Die Individuen, sind aber empirisch schon nicht gleich als Individuen, noch als Subjekte. Sie stehen als zwanghaft Gleiche in der Vertragsform ihrer subjektiven Ungleichheit und der Ungleichheit der Verhältnisse gegenüber. Das ist die Dauerkrise des völlig zerrissenen Subjekts. Aus der Krisenerfahrung dieser Konstellation heraus, der allmächtig über dem Subjekt, das sich verwerten muss, kreisenden Drohung der Entwertung, ergibt sich dann auch die Erklärung für den Lustgewinn an dem Ausschluß Anderer aus der Menschheit: „Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuum, integriert im barbarischen Kollektiv.“ (8) Die ontologische Differenz zwischen „dem Menschen“ und dem Begriff des Menschen ist es dabei, der den strukturellen Rassismus der bürgerlichen Gesellschaft ausmacht. (9) Wesentlicher als die rassistische Flucht in die Natur des Unmenschen jedoch, ist die Flucht des Subjekts  in die Gegenoffensive der Vernichtung des Übermenschen, der Antisemitismus. Nicht mehr nur trachtet hierbei der Wahn nach Ausschluß, die die eigene Entwertung verhindern soll, sondern trachtet der Antisemitismus zu Liquidation, bei gleichzeitiger Aneignung der endlosen, krisenfreien gelungenen Akkumulation. Die Denkbewegung bleibt dabei so gleich wie die der „Critical Whiteness“: Ontologisierung des Falschen, bei gleichzeitig zwanghaftem Mitmachen und zur Tat schreiten. „Halbbildung, die im Gegensatz zur bloßen Unbildung das beschränkte Wissen als Wahrheit hypostasiert, kann den ins Unerträgliche gesteigerten Bruch von innen und außen, von individuellem Schicksal und gesellschaftlichem Gesetz, von Erscheinung und Wesen nicht aushalten.“ (10)

(1) Ich verweise hier auf meine beiden Lieblingstitel des Sammelbandes „Mythen, Masken und Subjekt“: „Die jüdische Nase: Sind Juden/Jüdinnen weiß? Oder: die Geschichte der Nasenchirugie“ (Sander L. Gilman) und „Als weiße Studierende in einer weißen Universität: erste Positionierung“ (Juliane Strohschein).

(2) Kein Witz, gab es echt: http://zusammenzumziel.blogsport.de/images/ZzZProgrammbersichtStand08.10..pdf

(3) Wollrad, Eske. Weißsein im Widerspruch, S. 13.

(4) http://www.bild.de/regional/leipzig/rassismus/leipziger-verein-geht-auf-pippi-langstrumpf-los-merkwuerdige-debatte-um-angeblichen-rassismus-in-kinderbuch-klassikern-20856460.bild.html#!

(5) Bruhn, Joachim. http://isf-freiburg.org/verlag/leseproben/bruhn-deutsch_lp.html

(6) ISF. Goldhagen und die Krise des wissenschaftlichen Denkens, in: Das Konzept Materialismus.

(7) Wollrad, Eske. Weißsein im Widerspruch, S. 52.

(8) Adorno/Horkheimer. Dialektik der Aufklärung, S. 178.

(9) vgl. Bruhn, Joachim. http://isf-freiburg.org/verlag/leseproben/bruhn-deutsch_lp.html

(10) Adorno/Horkheimer. Dialektik der Aufklärung, S. 205.

Bilder aus Maya Deren, „Meshes of the Afternoon“

Titel aus „Laßt mich doch in Ruhe“ von 4 Promille

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