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Prof. Antisemit – „Friedenszentrum“ lädt Khella ein

18 Apr

Eine mangelnde Ausdauer kann man dem „Braunschweiger Friedenszentrum“ nun wirklich nicht vorwerfen. Nach Veranstaltungen mit dem unvermeidlichen Kronzeugen gegen Israel, Edo Medicks, der notorisch antizionistischen Felicia Langer finden sich zum „Jahrestag“ der „Operation Gegossenes Blei“ wieder allerlei Behauptungen und Unwahrheiten in Form eines Manifestes auf der Homepage der besagten Gruppe. Dass nicht einmal mehr der „Israelkritiker“ Goldstone selbst diese antijüdische Hetze noch so stehen lässt, interessiert selbstverständlich niemanden, aber das es um wirkliches Interesse im herkömmlichen Sinn geht, steht ja bei derartig ressentimentgeladener Verleumdung ausser Frage.

Als besonderen Clou für den Mai hat sich das „Friedenszentrum“ den „Chefideologe[n] der Restbestände des anti-imperialistischen Lagers“ (Haury, S. 15), den „völkisch-stalinistischen Antizionisten“ (Grigat) Prof. Karam Khella, eingeladen, der, dem Alter der Friedensfreunde angemessen, bereits seit Jahrzehnten seine Vernichtungswünsche gegenüber Israel in die Welt hinaus Posaunt und sich mit dem Titel als Professor ganz besonderer Autorität erfreut. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die antizionistische Zombieavantgarde mit Werner Pirker, Jürgen Elsässer oder doch gleich Horst Mahler, die alle von einem deutschen Frieden ohne Juden träumen, komplettiert wird.

Dieser Berliner Professor, der „Saddams Krieg als Fortsetzung der Intifada mit anderen Mitteln pries“ (ISF, S. 2), den Organisator der muslimischen SS-Division „Handschar“, Mohammed Amin al-Husseini (besser bekannt als Großmufti von Jerusalem) zu einem Gegner der Judenvernichtung macht (vgl. Tarach, S. 86), die „Zionisten als Kollaborateure der Nazis und Israel als Nazistaat des nahen Ostens bezeichnete“ (HUMMEL Antifa), für den Israel „ein einziges Kontinuum des Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ ist (Haury, S. 11) und natürlich bestreitet, dass „Ahmadinedjad [sich] je antisemitisch geäußert hat“ (Lizas Welt) soll also den Zuhörerinnen und Zuhörer am 26.05.2011 in der VHS Alte Waage in Braunschweig referieren, wie es denn nun aussieht mit dem „Demokratischen Aufbruch in der arabischen Welt?“.

Die Wahnwelt des Herrn Prof. Khella (und seiner Fans) wird aber nicht nur an seiner völlig irren Geschichtsauffassung deutlich, sondern auch an der typischen Reaktionsweise auf Kritik: Sie sind „ein weiterer Beleg für den hohen Anteil projektiver Energien und Identifikationsbedürfnisse und zeugen von der Brüchigkeit der ‚revolutionären Identitäten‘ bei den zur Sektenhaftigkeit herabgesunkenen Antizionisten im antiimperialistischen und autonomen Lager. […] K. KHELLA erkennt da schon ‚gezielt und systematisch betriebene‘ ‚Zersetzung‘ am Werke, welche den Tatbestand der ‚Volksverhetzung‘ erfülle“ (Haury, S. 16).

Es ist wohl folgerichtig, dass Khella dementsprechend auch ein riesiger Fan von „Oberst“, wie es in solchen Kreisen heisst, Quaddafi ist. Darum wird es wohl auch bei der Veranstaltung des „Friedenszentrums“ gehen, denn Khella hat mehrer Jubelarien über seinen „Oberst“ geschrieben, etwa „Die libysche Herausforderung – Innere Entwicklung und äußere Bedrohung eines aufregenden Experiments“. Damit ist über Khellas primitiven Antiimperialismus auch schon alles notwendige gesagt, hie das gute, weil antiamerikanischen Volk unter seinem Führer, dort die schlimmen Imperialisten. Das es sich bei Libyen nicht um ein „spannendes Experiment“, sondern ein „aus panarabistischen und islamischen Elementen zusammengebrauten völkischen Sozialismus“ (Wolter), ähnlich wie in Venezuela handelt, kann ein derart begriffsstutziger Stalinistenopa natürlich genausowenig verstehen, wie den Fakt, dass Leute an mehr interessiert sind als an durch Ölrenten finanzierte Wohnung in einer Militärdiktatur, etwa bürgerlichen Rechten. Dass solcherlei Menschenverachtung ausgerechnet durch „Friedensbewegte“ wieder aufgewärmt wird, ist einer Begriffslosigkeit von Gesellschaft geschuldet, die sich genauso gegen Israel entlädt. Somit ist die neue Veranstaltung des „Friedenszentrums“ nicht besser oder schlimmer als das, was man gewohnt ist, aber mindestens genauso wahnsinnig.

Das „Friedenszentrum Braunschweig“ und seine angeschlossenen Vereine und Freunde stellen sich damit einmal mehr ausserhalb aller verhandelbarer Positionen, zeigen sich gegen jede Form von Aufklärung und Vernunft immun und bekennen erneut klar Flagge auf Seite des Ressentiments, der Antisemiten und Menschenfeinde: „Man hat eine Friedensbewegung machen wollen, und es wurde eine deutschnationale Erweckungsbewegung daraus.“ (Pohrt, S. 76).

Grigat, Stephan: http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web27.html.

Haury, Thomas: Zur Logik des deutschen Antizionismus.

HUMMEL Antifa: Gegen die Nahostkonferenz der Zeitschrift Kalaschnikow. http://de.indymedia.org/2002/09/30167.shtml.

Initiative Sozialistisches Forum: Radioten in Dreyeckland. In: Konkret August 199.

Lizas Welt: Palästina an der Leine.

Pohrt, Wolfgang: Gewalt und Politik. Ausgewählte Reden & Schriften.

Tarach, Tilmann: Ewiger Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der Linken im Nahostkonflikt.

Wolter, Udo: Wie Linke einem Dikator nachweinen. Über das Verhältnis deutscher und europäischer Linker zu Muammar al-Gaddafi, der gerade die libysche Oppositionsbewegung massakrieren lässt. In: Jungle World Nr.9, 3. März 2011.

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