Tag Archives: Islamismus

12. Juli 2014: Naziaufmarsch in Braunschweig

11 Jul

Noch Unbekannte Rechtsextreme rufen auf Facebook für den 12. Juli zu einer „Demonstration gegen Israel“ auf. Ursprünglich scheint die Idee einerdrohung Demonstration aus dem islamfaschistischen Lager zu kommen, welche Richtung genau ist zur Zeit noch unklar. Auch das Motto der Veranstaltung wurde mittlerweile in „Demo gegen Völkermord in Palastina“ (Fehler im Original) geändert und die Teilnehmerzahl geht bei Facebook stark auf die 1000 zu.

 

Auch die neonazistische Partei „Die Rechte Braunschweiger Land“ ruft auf ihrer Facebook-Seite zur Teilnahme auf. Wie im historischen Bündnis zwischen dem Mufti von Jerusalem und Adolf Hitler stehen auch hier deutsche und arabisch-moslemische Nazis Hand in Hand. Die „Mahnwache für den Frieden“ aus Braunschweig, die sich vor allem aus Verschwörungstheoretikern, Esoterikern, antisemitischen Zinskritikern und geistig Verwirrten zusammensetzt, ruft ebenfalls zur Teilnahme auf. Ob sich auch die Partei „Die Linke“, die in Essen an einer ähnlichen Veranstaltung teilnimmt, auch in Braunschweig für eine Teilnahme entscheidet, ist im Moment noch offen.flaggenstreit

 

Bereits vor einigen Jahren gab es in Braunschweig eine Demonstration gegen Israel. Es war einer der größten rechtsextremen Manifestationen in Braunschweig in der Nachkriegszeit. Offen wurden Flaggen der Terrororganisation „Hamas“ gezeigt, antisemitische Parolen gerufen und Menschen bedroht, die nicht in das Weltbild der moslemischen Nazis passten. Damals beteiligten sich auch stalinistische „Linke“ aus der antiimperialistischen Szene an dem Naziaufmarsch.

 

Die Lage hat sich jedoch geändert. In den Diskussionen zu der Veranstaltung am 12. Juli bedrohen sich Sunniten und Schiiten gegenseitig, Türken beschimpfen sich mal als kemalistisch, mal als zu religiös. Gegenseitig will man sich die „Hisbollah“-Fahne aus der Hand reissen, andere trachten wiederum danach „ISIS“-Flaggen zu zerreisse. Das hat dazu geführt, dass der Anmelder alle Flaggen verboten hat, die nicht einem Land entsprechen. Hier wird spannend zu beobachten sein, wie etwa die Salafisten aus Braunschweig auf iranische und syrische Flaggen reagieren, hitlerschließlich sind beide Parteien ja gerade dabei sich gegenseitig im Nahen Osten abzuschlachten – was nebenbei bemerkt, die ganze Veranstaltung noch absurder macht, wo doch Israel das kleinste Problem der Muslime ist, verglichen etwa mit dem Krieg in
Syrien und den Zuständen in nahezu allen moslemischen Ländern.

 

Da eine Gegenkundgebung weder absehbar ist, vermutlicherweise auch kaum von der Polizei vor dem wütenden Nazi-Mob geschützt werden kann bleibt einzigdie Hoffnung, dass sich die bis aufs Blut hassenden moslemischen Nazis gegenseitig erledigen. Die deutschen Nazis bekommen sowieso nichts hin und sind gesellschaftlich genauso isoliert wie die Spinner von der Montagsmahnwache.

 

 

nazis

 

 

In diesem Sinne: Gegen die palästinensische Konterrevolution!

„Die palästinensischen Massen haben nur eine Chance, die sie nicht ergreifen. Ihre Zukunft im emanzipatorischen Sinn liegt allein an der Seite Israels und gegen ihre Führung und die mit ihr verbündeten Staaten. Sie müßten eine Kulturrevolution radikalsten Ausmaßes veranstalten, die keine nationale Aussprache sein dürfte, sondern eine Selbstkritik in antinationaler Absicht – eine Selbstkritik, die mit der Kritik an jener verrohten und verrohenden Religion beginnen müßte, der man den Schein der Barmherzigkeit vom Gesicht reißen müßte, um das unbarmherzig unmenschliche Wesen dieser Zurichtungsanstalt für willenlose Volksgenossen kenntlich zu machen. Diese Religionskritik müßte anheben mit der schneidenden Kritik von Kollektivismus und Entbehrung und hätte an ihre Stelle das Lob des Individuums zu setzen, das in Luxus und Lust Erfüllung findet – die bittere Erkenntnis, daß dies unerreichbar ist, wäre der Anfang des Aufbegehrens gerade nicht gegen Israel, sondern gegen eine weltweite Vergesellschaftung, die all dies nicht zulassen will. Was den palästinensischen Massen nicht gelingt, ist nicht allein ihre Schuld und liegt möglicherweise auch objektiv außerhalb ihres Könnens. Doch was in den palästinensischen Autonomiegebieten mißlingt, muß nicht im Mißlingen der Kritik an diesen Zuständen enden. Jene, die weit eher in der Lage wären, am Beispiel Israel zu erkennen, wofür die palästinensische Aggression und ihre weltweite Unterstützung steht, denen seit Jahrzehnten vorzuwerfen ist, daß sie ihre zur Kritik nie gereiften Sehnsüchte dauernd auf periphere Aufstandsbewegungen projizieren, statt das Unwesen im eigenen Land zu bekämpfen – die Linke also steht vor einer Entscheidung, deren Ergebnis darüber befinden wird, ob sie unweigerlich Teil der moralischen Weltordnung sein und von Intifada zu Intifada eilen wird, oder ob sie sich auf die Seite der Emanzipation schlägt, also parteilich für ihren prekären, unter dem Zwang der unmenschlichen Verhältnisse Staat gewordenen Ausdruck, Israel, sich einsetzt und damit gegen jedes organisierte Volkstum agitiert, nenne es sich nun deutsch oder palästinensisch.“

Redaktion Bahamas

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Muslimah_*Pride

11 Apr

FEMEN-Protests-For-Topless-Jihad-And-Amina-TylerNicht erst seit heute Morgen ist „Stolz“ ein recht verdächtiges Wort, das einen zumindest stutzig werden lassen sollte. Nicht weil es schlimm ist, auf etwas stolz zu sein, sei es das selbstgebaute Modellauto, die Einrichtung der Wohnung, in der man sich besonders wohl fühlt oder die gute Zeit beim letzten Stadtlauf. Nein, vielmehr macht sich verdächtig wer mit seinem Stolz hausieren geht, ihn anderen Menschen auf die Nase bindet und ihn, anstatt ihn einfach zu genießen und sich von seinen Freunden bestaunen zu lassen, überall, aber auch wirklich überall herumposaunen muss. Dieses Symptom lässt durchaus durchblicken, dass es sich beim Herumposauner im besten Falle um einen mittelgroßen Angeber handeln muss, der seine Minderwertigkeitskomplexe mit eben jenem Stolz-Gejohle zu übertrumpfen versucht, im schlimmsten Falle aber um einen verkalkten Ideologen, der seine Minderbemittelung und innere Verhärtung, sowie jegliche Reflexion aufgefüllt hat mit nichts als purem Stolz. Das konnte man ja vor vielen Jahren gut an den bemitleidenswerten Dorfnazis in lächerlichen Outfits sehen, die neben der billigsten Bomber und dem billigsten Bier auch immer Geld über hatten für einen „Ich bin Stolz ein Deutscher zu sein“-Button. Bemitleidenswert, aber bösartig.

 

In der Reaktion auf einen „Femen“-Auftritt, wie immer auch nicht ganz helle (aber immerhin ohne Hakenkreuz), dafür aber mit Titten, gab es eine weltweite Gegenkampagne von Muslim_*Innen und solchen, die es noch werden wollen unter dem Motto „muslimahpride“. Was war passiert? Ein paar Anhängerinnen dieser ominösen Femen-Bewegung hatten sich vor einer Berliner Moschee entkleidet und Schilder hoch gehalten, auf denen etwa „Fuck your Morals“ „Arab Woman against Islamism“ und „Freedom to all Woman“ stand. Das ganze war eine Solidaritätsveranstaltung für eine in Tunesien von Peitschenhieben und ähnlichen Strafen bedrohte Frauenaktivistin, die ominöserweise einige Tage verschwunden war und von ihrer Familie für geisteskrank erklärt wurden war.

 

16649-1365283322Die moslemische Stolz-Maschine lief natürlich sofort zum Gegenangriff über und unzählige Bilder von Musliminnen fluteten die „social network“ genannten Sammelbecken für Nonsens. Nun mag man von „Femen“ halten was man möchte, sie hatten aber scheinbar einen wunden Punkt getroffen. Die weiblichen und männlichen muslimischen Eiferer übertrumpften sich damit zur Schau zu stellen, wie stolz und frei man sei. „Meine Burka ist meine Krone, ich bin sehr stolz auf sie“ hieß es da oder eben „Ich bin eine stolze Muslimah, ich brauche keine Befreiung“. Und ähnlich wie bei den bemitleidenswerten Dorfnazis verwundert doch auch bei dieser Kampagne, wie tief das Bedürfnis sitzt, anderen mitteilen zu müssen, wie stolz und zufrieden man sei. Abgesehen davon, dass die Rolle der Frau im Islam sehr wohl mit „Stolz“ und „Ehre“ fest verankert ist, nur nicht als Individuum, sondern als übersexualisierte, verschleierte Gebärmaschine für die Umma und zur Besänftigung der Triebe der Männer, also als Form autoritärer Unterordnung, wie es allen Ideologien gemein ist, ist es dann doch erstaunlich, wieviel Hass und Ressentiment geschürt wird, wenn „Femen“ blank zieht und Freiheit für alle Frauen fordert.

 

Letztendlich muss man sich dann auch gar nicht mehr fragen, warum die „Muslimahpride“-Idioten gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass es ursprünglich um eine mit Tode bedrohte Aktivistin in Tunesien ging, dass es um die fürchterliche Behandlung um Frauen und Mädchen in den arabischen Ländern geht. Ginge es „Muslimahpride“ tatsächlich darum, der paternalistischen Vereinnahmung durch „Femen“ zu widersprechen, müsste man doch umso mehr den Islam und die Scharia kritisieren und verbannen, vielleicht auch provozieren, etwa durch nackte Brüste. So aber bleibt der Stolz, was er immer schon war, positiv umgelogener Neid und das Kopftuch der TAZ darf auch noch rumgiften und von moslemischen Feministinnen fabulieren, die es zwar geben mag, die aber keine Stimme haben und durch „Muslimahpride“ erneut mundtot gemacht wurden.

Justus Wertmüller – Islamismus und Faschismus

14 Mrz

Unter diesem Titel geistert zumindest ein Vortrag von Justus Wertmüller durch das Netz. Es handelt sich um eine Sendung von „Sachzwang FM“, in der zwei Vorträge zusammen gefasst sind. Zum einen der Vortrag von Matthias Küntzel zu seinem Buch „Djihad und Judenhaß“ und als zweiter Vortrag eben eine Aufnahme von Justus Wertmüller, vermutlich aus den frühen 0er-Jahren…? Weil ich den Vortrag für hochaktuell halte und er sich hinter dem von Küntzel etwas versteckt, habe ich ihn einmal einzeln hochgeladen und empfehle ihn.

Justus Wertmüller – Islamismus und Faschismus by Negativenoon on Mixcloud

Der ehrbare Antisemitismus – Zum 100. Geburtstag von Jean Améry

31 Okt

Der ehrbare Antisemitismus

Die Barrikade vereint mit dem Spießer-Stammtisch gegen den Staat der Juden

Von Jean Améry

De Gaulle fiel. Mandl einem war trüb zumut wie einem Heineschen Grenadier; mir auch, mir auch. Nur leider, daß in New York dem französischen UNO-Delegierten Armand Berard nichts Besseres einfiel, als verzweifelt auszurufen (laut Nouvel Observateur vom 5. Mai): „C’est l’ or juif!“ Und kein Dementi. Rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht. Der Antisemitismus schafft’s und, wie es einst bei Stefan George hieß: er reißt in den Ring.“

Das klassische Phänomen des Antisemitismus nimmt aktuelle Gestalt an. Die alte besteht weiter, das nenn ich mir Koexistenz. Was war, das blieb und wird bleiben: der krummnasige, krummbeinige Jude, der vor irgend was – was sag ich? der vor allem davonläuft. So ist er auch zu sehen auf den Affichen und in den Pamphleten der arabischen Propaganda, an der angeblich braune Herren deutscher Muttersprache von einst, wohlkaschiert hinter arabischen Namen, mitwirken sollen. Die neuen Vorstellungen aber traten auf die Szene gleich nach dem Sechs-Tage-Krieg und setzen langsamerhand sich durch: der israelische Unterdrücker, der mit dem ehernen Tritt römischer Legionen friedliches palästinensisches Land zerstampft. Anti-Israelismus, Anti-Zionismus in reinstein Vernehmen mit dem Antisemitismus von daznmal. Der ehern tretende Unterdrūcker-Legionār und der krummbeinige Davonlāufer stören einander nicht. Wie sich endlich die Bilder gleichen!

Doch neu ist in der Tat die Ansiedlung des als Anti-Israelismus sich gerierenden Antisemitismus auf der Linien. Einst war das der Sozialismus der dummen Kerle. Heute steht er im Begriff, ein integrierender Bestandteil des Sozialismus schlechthin zu werden, und so macht jeder Sozialist; sich selber freien Willens zum dummen Kerl.

Den Prozeß kann man nutzbringend nachlesen im dem schon vor mehr als einem Jahr in Frankreich bei Pauvert erschienenen Buch Gauche contre Israel“ von Givet. Es genügt aber auch, gewisse Wegmarken zu erkennen, beispielsweise eine in der Zeitschrift konkret erschienene Reportage zu lesen: „Die dritte Front“. „Ist Israel ein Polizeistaat?“ heißt da ein Zwischentitel. Die Frage ist nur rhetorisch. Natürlich ist Israel das. Und Napalm und gesprengte Häuser -friedlicher arabischer Bauern und Araber-Pogrome in den Straßen von Jerusalem. Man kennt sich aus. Es ist wie in Vietnam oder wie es einstens in Algerien war. Der krummbeinige Davonläufer nimmt sich ganz natürlich ans als Schrecken verbreitenden Goliath.

Es ist von der Linken die Rede und keineswegs nur von den noch mehr oder minder orthodoxen kommunistischen Parteien im Westen oder gar von der Politik der Staaten des sozialistischen Lagers. Für diese gehört der Anti-Israelismus, aufgepropft auf den traditionellen Antisemitismus der slawischen Völker, ganz einfach zur Strategie und Taktik einer so und so gegebenen politischen Konstellation. Die Sterne lügen nicht, die Gomulkas wissen, worauf sie rechnen dürfen. Ca bonne guerre! Darüber ist kein Wort zu verlieren.

Schlimmer ist, daß die intellektuelle Linke, die sich frei weiß von Parteibindungen, das Bild übernimmt. Jahrelang hat man – um einmal von Deutschland zu reden – den israelischen Wehrbanem gefeiert und die feschen Mädchen in Umform. In schlechter Währung wurden gewisse Schuldgefühle abgetragen. Das mußte langweilig wenden. Ein Glück, daß für einmal der Jude nicht verbrannt wurde, sondern als herrischer Sieger dastand, als Besatzer. Napalm und so weiter. Ein Aufatmen ging durchs Land. Jederkonnte reden wie die Deutsche National- und Soldaten-Zeitung; wer links stand, war befähigt, noch den Jargon des Engagements routinemäßig zu dekorieren.

Fest steht: der Antisemitismus, enthalten im Anti-lsraelismns oder Anti-Zionismus wie das Gewitter in der Wolke, ist wiederum ehrbar. Er kann ordinär reden, dann heißt das „Verbrecherstaat Israel“. Er kann es auf manierlichere Art machen und vom „Brückenkopf des Imperialismus“ sprachest, dabei so nebstbei allenfalls in bedauerndem Tonfall hinweisen auf die mißverstandene Solidarität, die so ziemlich alle Juden, von einigen löblichen Ausnahmen abgesehen, an den Zwergstaat bindet, und kann es empörend finden, daß der Pariser Baron Rothschild die Israel-Spenden der jüdischen Bevölkerung Frankreich“ als eine Steuer einfordert.

Der Antisemitismus hat es leicht allerwegen, Die emotionelle Infrastruktur ist da, und das keineswegs nur in Polen oder Ungarn. Der Antisemit ‚denystifiziert“ den Pionierstaat mit Wohlbehagen. Es fällt ihm ein, daß hinter dieser Staatlichem Schöpfung immer schon der Kapitalismus stand in Form der jüdischen Plutokratie: Auf diese letztgenannte geht er nicht ausdrücklich ein, das wäre ein ideologischer lapsus linguae, jedoch – „c’est l’or juij“! – niemand wird „im täuschen über die tatsächliche Bestelltheit eines Landes, das am einer schlechten Idee geboren, am schlechten Orte errichtet, einen oder mehrere schlechte Kriege geführt und Siege erfochten hat,

Mißverständnisse sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Ich weiß so gut wie irgendwer und jedermann, daß Israel objektiv die unerfreuliche Rolle der Besatzungsmacht trägt. Alles zu justifizieren, was die diversen Regierungen Israels unternehmen fällt mir nicht ein. Meine persönlichen Beziehungen zudiesem Land, von dem Thomas Mann in der Josephs-Tetralogie gesagt hat,es sei „ein Mittelmeer-Land, nicht gerade heimatlich etwas staubig und steinig“, sind quasi null: Ich habe es niemals besucht, spreche seine Sprache nicht, seine Kultur ist mir auf geradezu schmähliche Weise fremd, seine Religion ist nicht die meine. Dennoch ist das Bestehen dieses Staatswesens mir wichtiger als das Irgendeines anderen,

Und hiermit gelangen wir an den Punkt, wo es ein Ende hat mit jederberatenden oder analysierenden Objektivität und wo das Engagement keinefreiwillig eingegangene Verbindlilchkeit ist, sondern eine Sache der Existenz, das Wort in mancherlei Bedeutung verstanden.

Über Israel, den modischen Anti-Israelismus, den altmodischen, aber stets in jegliche Mode sich wieder einschleichenden Antisemitismus spricht existentiell subjektiv, wer irgendwie „dazugehört“ (Juden, Personen, die im Sinne des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935 als Juden gelten) – und erreicht am Ende vielleicht gerade darum eine Objektivität annähernd naturrechtlichen Charakters. Denn schließlich mündet noch die geistesschlichteste – genauso wie die gründlichste und gescheiteste – Überlegung in die Erkenntnis, daß dieses Pionierland, und mag es hundertmal nach einer sich pervertierenden pseudomarxistischen Theologie im Sündenstande technischer Hochentwicklung sich befinden, unter allen Staaten dieses geopolitischen Raumes das gefährdetste ist. Sieg, Sieg und nochmals Sieg: Es droht die Katastrophe, und ihr weicht man auch nicht aus, indem man direkt in sie hineinrennt und Israel zum Teilgebiet einer palästinensischen Föderation macht.

Die arabischen Staaten, denen ich Glück und Frieden wünsche, werden den israelischen Entwicklungsvorsprung einholen, irgendeinmal. Ihr demographischer Überdruck wird das übrige tun. Es geht unter allen Umständen darum, den Staat Israel zu erhalten, so lange, bis Frieden, wirtschaftlicher und technischer Vorausgang die Araber in einen allgemeinen Gemütszustand versetzen, der ihnen die Anerkennung Israels innerhalb gesicherter Grenzen gestattet.

Es geht darum. Wem? Die subjektive Verfassung, die zur geschichtlichen Objektivität werden will, hat hier ihre Dreinrede. Israels Bestand ist unerläßlich für alle Juden (Juden, Personen, die im Sinne … und so weiter), wo immer sie wohnen mögen. „Wird man mich zwingen, Johnson hochleben zu lassen? Ich bin bereit dazu“, rief am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges der linksradikale französische Publizist und Sartre-Schüler Claude Lanzmann. Der wußte, was er meinte und wollte. Denn jeder Jude ist der „Katastrophen-Jude“, einem katastrophalen Schicksal ausgeliefert, ob er es erfaßt oder nicht. „Lauf, blasser Jude“, schreiben die Black-Panther-Männer an die Geschäfte und Häuser jüdischer Händler in Harlem und vergessen leichten Herzens die alte Allianz, die in den USA den Juden an den Neger kettete und die noch der mieseste bürgerlich-jüdische Händler nicht verriet.

Wer garantiert, daß nicht einmal eine Regierung in den Vereinigten Staaten zum großen Versöhnungsfest den Juden dem Neger zum Fraß hinwirft? Wer verbürgt den einflußreichen und zum Teil reichen Juden Frankreichs, daß nicht eines Tages das Erbe der Drumont, Maurras, Xavier Vallat zu neuer Virulenz gelangt? Wer steht ein dafür, daß nicht Herrn Strauß, an die Macht gekommen, irgend was einfällt, worauf dann auch ein gewisser Zeitungs-Tycoon sich hüten würde, weitere schnöde Spenden einer schnöde zur Annahme bereiten israelischen Regierung zu geben? Niemand garantiert nichts. Das ist keine paranoide Phantasie und ist mehr als die menschliche Grundverfassung der Gefahr. Die Vergangenheit, die allerjüngste, brennt.

Und nun wird jeder Freund von der Linken mir sagen, auch ich reihte mich ein in die große Armee derer, die mit sechs Millionen (oder meinetwegen fünfen oder vieren) Ermordeter Meinungserpressung treiben. Das Risiko ist einzugehen! Es ist geringer als das andere, welches die Freunde mir proponieren, wenn sie für die Selbstaufgabe des „zionistischen“ Israel plädieren.

Die Forderung der praktisch- politischen Vernunft geht dahin, daß die Solidarität einer Linken, die sich nicht preisgeben will (ohne daß sie dabei das unerträgliche Schicksal der arabischen Flüchtlinge ignorieren muß), sich auf Israel zu erstrecken, ja, sich um Israel zu konzentrieren hat, Das Gebot hat für den nichtjüdischen Mann der Linken nicht die gleiche Verbindlichkeit wie für Juden, stehe dieser politisch links, mittwegs, rechts oder „irgendwo, Aus der Linken kann man austreten; das Sosein als Jude entläßt niemand, das wußte schon ein Früh-Antisemit wie Lanz-Liebenfels, Freilich hat die Linke ihre ungeschriebenen moralischen Gesetze, die sie nicht beugen darf, „Wo es Stärkere gibt, immer auf der Seite der Schwächeren“, welch unüberschreitbar wahre Trivialität! Und stärker werwagte Widerrede? = das sind die Araber stärker an Zahl, stärker an Öl, stärker an Dollars, man frage doch bei der Aramco und in Kuwait nach, stärker, ganz gewiß, an Zukunftspotential.

Die Linke aber offensichtlich schaut wie gebannt auf die tapferen palästinensischen Partisanen, die freilich ärmer sind als die Männer Moshe Dayans. Sie sieht nicht, daß trotz Rothschild und einem wohlhabenden amerikanischjüdischen Mittelstand der Jude immer noch schlechter dran ist als Frantz Fanons Kolonisierter, sieht das so wenig wie das Phänomen des anti-imperialistischen jüdischen Freiheitskampfes, der gegen England ausgefochten wurde. Am Ende ist es auch nicht die Schuld der Israelis, wenn die Sowjetunion vergaß, was 1948 vor der UNO Gromyko mit schönem Vibrato vorgetragen hat: „Was den jüdischen Staat betrifft, so ist seine Existenz bereits ein Faktum, das gefalle oder nicht (…) Die Delegation der UdSSR kann sich nicht enthalten, ihr Erstaunen über die Einstellung der arabischen Staaten in der palästinensischen Frage auszudrücken. Ganz besonders sind wir überrascht zu sehen, daß diese Staaten oder zumindest einige von ihnen sich entschlossen haben, militärische Maßnahmen zu ergreifen mit dem Ziele, die nationale Befreiungsbewegung der Juden zu vernichten. Wir können die vitalen Interessen der Völker des Nahen Ostens nicht identifizieren mit den Erklärungen gewisser arabischer Politiker und arabischer Regierungen, deren Zeugen wir jetzt sind.“

So sprach, wie schon gesagt, die Sowjetunion, eine Großmacht, die Großmachtpolitik treibt und die wohl 4 la longue nicht absehen konnte von dem offenbaren Faktum, daß es mehr Araber gibt als Juden, mehr arabisches Öl all jüdisches, daß militärische Stützpunkte in den arabischen Staaten einen höheren strategischen Wert haben als in Israel, Die Linke im weiteren und weitesten Sinn aber, und ganz besonders die protestierende äußerste Linke, der ich mich auf weiten Strecken verbunden weiß, hat diese Großmacht? Ausflucht nicht, Sie ist, nach dem Gesetz, nach dem sie angetreten, zur Einsicht verpflichtet Sur Einsicht in die tragische Schwäche des jüdischen Staates und jedes einzelnen Juden in der Diaspora, zur Einsicht in das, was hinter den Kulissen eines jüdischen bürgerlichen Mittelstand des, Hinter dem Mythos des Geld= und Gold-Juden (von Jud Süß bis zu den kontemporären Rothschilds und ein paar jüdischen Hollywood-Größen) sich verbirgt. Die Juden manipulieren zeitweilig Kapitalien: Sie beherrschten sie niemals. Sie haben heute in Wall Street so wenig zu sagen wie einst im wilhelminischen Deutschland in der Schwerindustrie.

Der Staat Israel ist heute so wenig ein Bollwerk des Kapitalismus, wie er es war, als die ersten Pioniere dort den Boden umgruben, so wenig wie die arabischen Staaten vernünftigerweise als progressistisch angesehen werden können. Die Linke macht, das ist der Jammer, die Augen zu. Der Zufall spielte mir gerade einen Text von Hans Blüher zu: „Eine wirkliche Geschichte Europas dürfte nicht so geschrieben werden wie das bisher geschah, daß nämlich ein Jude einmal hie und da anekdotenhaft vorkommt …, vielmehr müßte die Darstellung so sein, daß dauernd die geschichtliche Macht des Judentums als eines latenten und ständig mitspielenden Reiches sichtbar wird.“ Der Text könnte wörtlich in einer der zahlreichen pseudointellektuellen arabischen Veröffentlichungen stehen, mit denen die Presse überschwemmt wird. Und von Blüher – aber auch von Streicher, denn allerwegen ebnet der Antisemitismus die intellektuellen Höhenunterschiede ein – könnte stammen, was der Unterrichtsminister des progressistischen Staates Syrien an den Generaldirektor der Unesco schrieb: „Der Haß, den wir unseren Kindern einprägen, ist ein heiliger Haß.“ Es wäre das alles kaum der Aufnotierung wert, und der närrische Blüher könnte im Frieden des Vergessens schlafen, hätte nicht die intellektuelle Linke Westeuropas (einschließlich übrigens einiger vom Selbsthaß verstümmelter Juden wie Maxim Rodinson) sich dieses Vokabulars bemächtigt und das vom Wortschatz vermittelte Normensystem angenommen.

Wenn aus dem geschichtlichen Verhängnis der Juden- beziehungsweise Antisemitenfrage, zu dem durchaus auch die Stiftung des nun einmal bestehenden Staates Israel gehören mag, wiederum die Idee einer jüdischen Schuld konstruiert wird, dann trägt hierfür die Verantwortung eine Linke, die sich selber vergißt, „Der Antizionismus ist ein von Grund auf reaktionäres Phänomen, das von den revolutionären progreslistischen antikolonialistischen Phrasen über Israel verschleiert wird“, sagte neulich Robert Misrahi, ein französischer Philosoph, der, gleich dem vorhin zitierten Claude Lanzmann, zur weiteren Sartre-Familie gehört.

Der Augenblick einer Revision und neuen geistigen Selbstbestreitung der Linken ist gekommen! denn sie ist es, die dem Antisemitismus eine ehrlose dialektische Ehrbarkeit zurückgibt. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur, Sünde wider den Geist, um in der vom Thema erzwungenen Terminologie zu bleiben, Leute wie der polnische General Moçzar können sich die Umfälschung des kruden Antisemitismus zum aktuellen Anti-Israelismus gestatten Die Linke muß redlicher sein, Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus,

Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen „Überlegungen zur Judenfrage“? „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden,“

Einmal Mönchengladbach und zurück

16 Okt

Die Geister die sie riefen, die bärtigen Wurzelzwerge der islamfaschistischen Salafisten-Sekte „Einladung zum Paradies e.v.“ und die sicherlich auch immer willkommene Publicity ist, so weltlich ist man dann doch selbst in diesen übrigens sehr „youtube-“ und Internet-affinen Kreisen, beginnen dennoch langsam sich der Kontrolle ihrer Urheber zu entziehen. Mittlerweile sind nicht nur die Eingänge des Hauses in Mönchengladbach von der Stadt versiegelt worden, das zur Moschee umgebaut werden sollte, auch überlegt der Häuptling der Sekte, Muhammed Ciftci, laut einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ mit seiner „Islamschule“ in Niedersachsen zu bleiben*1* und Innenminister Thomas de Maizière verspricht indirekt einen Verbot des Vereins. Auch mussten sich verschiedene Lokalpolitiker in Mönchengladbach den Fragen aufgebrachter Anwohner stellen und konnten so eindrucksvoll ihre Unwissenheit demonstrieren, indem behauptet wurde, dass „der Salafismus mit dem Islam so viel zu tun hat wie die Moon-Sekte mit dem Christentum“*2*.
Was sind nun aber die Gründe, die dafür sorgen, dass die Umma-Extremisten im Rheinland Kritik ausgesetzt sind, während in Braunschweig bis vor wenigen Monaten allerhöchstens der Staatsschutz von ihrer Existenz wusste? Zunächst hat sich in Mönchengladbach nicht nur überhaupt Widerstand geregt, er war auch erfreulich wenig bis nicht rechtsextrem motiviert. Presse und Islam-Fans viel es so besonders schwer, jegliche Bedenken ihrer zurecht auf demokratische Rechte und Freiheit pochenden Anwohner als rechtsextrem zu denunzieren. Selbstverständlich kommt die Bürgerinitiative vor Ort nicht über den Bezug zu „ihrer Scholle“, also Mönchengladbach-Eicken und positiven Bezug zu Deutschland hinaus, eine xenophobe Note, wie sie versucht wurde durch die Ausländerhasser der „Pro“-Bewegung zu importieren, konnte jedoch nicht erfolgreich etabliert werden. Vielmehr verhält man sich zum Islam eher unkritisch, indem man die Salafisten als Extremisten zu fassen versucht, während man einen „friedlichen Islam“ dagegen hält und so gleichsam mit den gemäßigten Muslimen und Verbänden zusammen arbeiten kann. Die Aussage: „Wir leben mit Menschen zusammen, mit individuellen Persönlichkeiten, nicht mit ethnischen oder religiösen Kollektiven.“*3* bringt dieses Verständnis auf den Punkt und macht klar, was in Mönchengladbach vor sich geht, nämlich bürgerlicher Protest, auf der Grundlage bürgerlicher Ideologie gegen Rechtsextremisten, die hinter diese bürgerliche Gesellschaftsform sehr weit zurück wollen.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Gegner der Scharia-Freunde ist zudem das Auftreten der Salafisten selbst. Diese organisierten nach der Versiegelung ihres Gebetsraumes aus baurechtlichen Gründen ein öffentliches Gebet auf dem Marktplatz und nutzten dieses demokratische Recht sogleich um in Form des Wandervogels Pierre den Anwohnern und der anwesenden Presse die Einführung von Scharia und Todesstrafe und die Abschaffung der Demokratie vor zu schlagen. Mit einem maßlos übersteigerten Selbstbewußtsein, wie es für autoritäre Charaktere, die sich unter der größeren Macht wähnen üblich ist ausgestattet wurden dann Presse und Anwohner in einer Weise bedroht wie man dies ich vor allem von Neonazis kennt und einem Kamerateam unterstellt „die großen Bosse in Amerika“*4* hätten ihm befohlen den Islam schlecht da stehen zu lassen. Was damit gemeint ist, sollte klar sein und so war auch den letzten Einwohnern von Eicken klar, dass diese gegenaufklärerischen Menschenfeinde tatsächlich ganz unmittelbar eine Gefahr darstellen.
Und derweil in Braunschweig? Zwar berichtet die Lokalzeitung über die Vorgänge und der Staatsschutz, der zuerst über das wegziehende Problem jubelte, hat wohl auch in Zukunft einige Arbeitsplätze mit der Überwachung des Vereins gesichert, aber auf weitergehende Kritik stößt der Verein nicht. Vielmehr kann er sogar ungestört Informationsstände, etwa in der Gifhorner Innenstadt, durchführen. Auch die „Braunschweiger Zeitung“ widmet dem Anführer Ciftci extra noch einen langen Artikel, indem sich der Rechtsextremist zu allen Facetten seiner Menschenverachtung äußern und diese verharmlosen kann*5*. Etwa, dass er Abtrünnige mit dem Schwert zu köpfen für richtig hält oder seine Ausführungen zu „Züchtigung des Eheweibs“. Auch bei Ciftci waren Anfang 2010 Bücher gefunden wurden, die nicht nur das Foltern von Frauen verteidigen und propagieren, sondern auch eine Anleitung gaben „Knochenbrüche oder Blutergüsse“ zu vermeiden*6*.
Aber Ciftci sieht sich als  Opfer, neben fiesen Salamianschlägen und „Bifi“-Verzehr vor seiner Moschee fühlt er sich von Minarett- und Burka-Verbot in Europa bedroht. „So habe auch die Judenverfolgung begonnen, sagt er.“*7* allen Ernstes in der „Braunschweiger Zeitung“, die diese unglaubliche Verharmlosung und Relativierung auch noch unkommentiert abdruckt. Das ist dann alles doch wieder nur allzu Deutsch, hier schließt sich der Kreis wieder. Statt mit den Islamisten beschäftigt man sich in Braunschweig lieber mit der Delegitimation von Israel. Die Demokraten etwa des „Friedenszentrums“, „Friedensbündnis“ oder der Linkspartei sind viel zu beschäftigt sich mit dem von der „IHH“ („Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“) organisierten Angriff auf die Souveränität Israels offen zu solidarisieren, einer Terrororganisation, die nicht nur seit Juli auch in Deutschland als solche verboten ist, sondern in der auch Steinzeitislamist Ciftci von 1992-1994 in Bosnien aktiv war.

*1* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001055

*2* Zitiert nach http://schariagegner.wordpress.com/2010/08/29/buergerversammlung-eicken/

*3*ebd.

*4* http://www.spiegel.de/video/video-1084959.html

*5* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

*6* http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31949/1.html

*7* http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/13001039

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