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Muslimah_*Pride

11 Apr

FEMEN-Protests-For-Topless-Jihad-And-Amina-TylerNicht erst seit heute Morgen ist „Stolz“ ein recht verdächtiges Wort, das einen zumindest stutzig werden lassen sollte. Nicht weil es schlimm ist, auf etwas stolz zu sein, sei es das selbstgebaute Modellauto, die Einrichtung der Wohnung, in der man sich besonders wohl fühlt oder die gute Zeit beim letzten Stadtlauf. Nein, vielmehr macht sich verdächtig wer mit seinem Stolz hausieren geht, ihn anderen Menschen auf die Nase bindet und ihn, anstatt ihn einfach zu genießen und sich von seinen Freunden bestaunen zu lassen, überall, aber auch wirklich überall herumposaunen muss. Dieses Symptom lässt durchaus durchblicken, dass es sich beim Herumposauner im besten Falle um einen mittelgroßen Angeber handeln muss, der seine Minderwertigkeitskomplexe mit eben jenem Stolz-Gejohle zu übertrumpfen versucht, im schlimmsten Falle aber um einen verkalkten Ideologen, der seine Minderbemittelung und innere Verhärtung, sowie jegliche Reflexion aufgefüllt hat mit nichts als purem Stolz. Das konnte man ja vor vielen Jahren gut an den bemitleidenswerten Dorfnazis in lächerlichen Outfits sehen, die neben der billigsten Bomber und dem billigsten Bier auch immer Geld über hatten für einen „Ich bin Stolz ein Deutscher zu sein“-Button. Bemitleidenswert, aber bösartig.

 

In der Reaktion auf einen „Femen“-Auftritt, wie immer auch nicht ganz helle (aber immerhin ohne Hakenkreuz), dafür aber mit Titten, gab es eine weltweite Gegenkampagne von Muslim_*Innen und solchen, die es noch werden wollen unter dem Motto „muslimahpride“. Was war passiert? Ein paar Anhängerinnen dieser ominösen Femen-Bewegung hatten sich vor einer Berliner Moschee entkleidet und Schilder hoch gehalten, auf denen etwa „Fuck your Morals“ „Arab Woman against Islamism“ und „Freedom to all Woman“ stand. Das ganze war eine Solidaritätsveranstaltung für eine in Tunesien von Peitschenhieben und ähnlichen Strafen bedrohte Frauenaktivistin, die ominöserweise einige Tage verschwunden war und von ihrer Familie für geisteskrank erklärt wurden war.

 

16649-1365283322Die moslemische Stolz-Maschine lief natürlich sofort zum Gegenangriff über und unzählige Bilder von Musliminnen fluteten die „social network“ genannten Sammelbecken für Nonsens. Nun mag man von „Femen“ halten was man möchte, sie hatten aber scheinbar einen wunden Punkt getroffen. Die weiblichen und männlichen muslimischen Eiferer übertrumpften sich damit zur Schau zu stellen, wie stolz und frei man sei. „Meine Burka ist meine Krone, ich bin sehr stolz auf sie“ hieß es da oder eben „Ich bin eine stolze Muslimah, ich brauche keine Befreiung“. Und ähnlich wie bei den bemitleidenswerten Dorfnazis verwundert doch auch bei dieser Kampagne, wie tief das Bedürfnis sitzt, anderen mitteilen zu müssen, wie stolz und zufrieden man sei. Abgesehen davon, dass die Rolle der Frau im Islam sehr wohl mit „Stolz“ und „Ehre“ fest verankert ist, nur nicht als Individuum, sondern als übersexualisierte, verschleierte Gebärmaschine für die Umma und zur Besänftigung der Triebe der Männer, also als Form autoritärer Unterordnung, wie es allen Ideologien gemein ist, ist es dann doch erstaunlich, wieviel Hass und Ressentiment geschürt wird, wenn „Femen“ blank zieht und Freiheit für alle Frauen fordert.

 

Letztendlich muss man sich dann auch gar nicht mehr fragen, warum die „Muslimahpride“-Idioten gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass es ursprünglich um eine mit Tode bedrohte Aktivistin in Tunesien ging, dass es um die fürchterliche Behandlung um Frauen und Mädchen in den arabischen Ländern geht. Ginge es „Muslimahpride“ tatsächlich darum, der paternalistischen Vereinnahmung durch „Femen“ zu widersprechen, müsste man doch umso mehr den Islam und die Scharia kritisieren und verbannen, vielleicht auch provozieren, etwa durch nackte Brüste. So aber bleibt der Stolz, was er immer schon war, positiv umgelogener Neid und das Kopftuch der TAZ darf auch noch rumgiften und von moslemischen Feministinnen fabulieren, die es zwar geben mag, die aber keine Stimme haben und durch „Muslimahpride“ erneut mundtot gemacht wurden.

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