Tag Archives: Querfront

Wahnmache in Braunschweig

17 Nov

Ein Artikel über die auch in Braunschweig ansässigen „Montagsmahnwache“ war längst überfällig. Nur wie macht man das? Zum einen sind deren Protagonisten so verrückt, dass man in Schwierigkeiten gerät gerät will man sie kritisieren, weil jede Lüge und jeder Aberglaube an sich schon substanzlos ist, zum anderen stellt sich die Frage, ob eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihnen, den geltungsbedürftigen Friedensfreunden nur zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt. Hielte man etwas davon, sie wären ein Fall für das örtliche Bündnis gegen Rechts oder eine angeschlossene Antifa-Gruppe, zumindest aber bürgerliche Organisationen müssten diesem Treiben ein Ende bereiten oder sich zumindest deutlich von den Verfolgungswahnsinnigen distanzieren und die Sache wäre erledigt. Die aber haben scheinbar besseres zu tun, oder schlimmer, teilen inhaltliche Punkte. Stattdessen  geben sich alle die Klinke in die Hand und es kommt zu den, auf den ersten Blick, obskursten Zusammenkünften.

Wo von „Zinsknechtschaft“ die Rede ist, von einer „verdummenden Spaßgesellschaft“, von tödlichen Impfungen und obskuren „Chips“ die ins Essen getan werden, von einem „Imperialismus“ des Westens und natürlich von Israel, von „Frühsexualisierung“ und einer schadhaften „Vergnügungssucht“ und selbstverständlich einem „Geldsystem“, dass (oh Wunder) nicht den Menschen nutzt, da kommt womöglich zusammen, was zusammen gehört.

Die NPD war schon da, der Recherche Blog 38, der sich wiederum nur an den anwesenden Proll-Nazis störte, islamistische Jugendliche, die Werbung für ihren Vernichtungsfeldzug gegen Juden und für eine islamistische Türkei machen durften, der Helmstedter „Infokrieger“-Depp Jens Blecker und wenn es um „Frieden“ und „Braunschweig“ geht, darf natürlich ein verwirrter ehemaliger Arzt nicht fehlen, der jeden mit E-Mails von Uri Avneri zubommt, dessen Mail-Adresse er ausfindig machen kann. Dazwischen lauter Barfuss-Hippies, alte dicke  Frauen die furchtbare Lieder krächzen, Veganer, Gesellianer, Tauschring- und lokale Währungs-Spinner, Bäumeumarmer, Selbstversorger, Betroffenheitsweltmeister, Putin-Fans, verwirrte Mütter und Jugendliche, Konsumkritiker und Gutmenschen. Es handelt sich bei dieser Braunschweiger Montagswahnmache tatsächlich um die stinkende, traurige Kloake einer Mischpoke aus abgehängten Verlierern, die nicht mal in den sonst für solche soziopathischen Fälle vorgesehenen Vereinen und Institutionen, wie der Linken, dem Friedenszentrum, dem Friedensbündnis, den unzähligen Öko-Spinnerbanden oder eben der örtlichen Kameradschaft aufgehen konnten.

Und so kam es, dass sie, beeinflusst durch antisemitische und neurechte Koryphäen wie „Ken Jebsen“ oder „Jürgen Elsässer“, dumpfbacke „Sven Mährholz“ oder attac-Genie „Pedram Shayar“, ihre eigene traurige Veranstaltung in Braunschweig gründeten.

Auf die Personen, wie den wirklich nett wirkenden „Rick“, der die Veranstaltung moderiert, oder den übergewichtigen, freundlichen Onkel „Olli“, der trotz seiner stolzen Plautze und seiner nach eigenen Angaben „noch nicht ganz perfekten Ernährungsweise“ gerne mal die Besucher des Cafes „X-Trend“ dazu auffordert so bewusst zu essen wie er, wird eventuell noch einzugehen sein.

Der hiermit angekündigte nächste Beitrag über die Montagswahnmache in Braunschweig wird sich jedoch einer Protagonistin zuwenden, die entgegen der meisten sehr irren, aber substanzlosen Reden, ziemlich konkret, wenn auch vermutlich unfreiwillig, den autoritären, zwanghaften und vor allem hasserfüllten Charakter dieser Veranstaltungen und die psychische Disposition der Teilnehmer offenbart: „Zeynebs“ Rede über den Islam. Sie zeigt wie keine andere gehaltene Rede auf dieser Veranstaltung was die Teilnehmer eint, was die Ideologie der „Montagsmahnwachen“ ist und was den Islam so anziehend macht wie andere rechtsextreme Bewegungen:

1) Unverständnis der Funktionsweise der Welt gegenüber

2) aus diesem Unverständnis heraus geborener Hass auf alles Abstrakte

3) die Konkretisierung dieses Abstrakten in den „Herrschenden“, ausgesprochen in den „Juden“, „Zionisten“ oder eben „Israel“

Erscheint in den kommenden Wochen.

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So denkt ES im Wahlpöbel

29 Nov

Die gefährlichste antisemitische Partei in Deutschland, die Linke, zeigt mal wieder ganz offen, wessen Gesinnung ihr Wahlpöbel so an den Tag legt: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Facebook-Seite von Gregor Gysi

Redebeitrag Gruppe Morgenthau

25 Okt

Anlässlich der Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler in Frankfurt/M. hat die „Gruppe Morgenthau“ einen sehr lesens– und hörenswerten Beitrag gehalten, auf den hiermit hingewiesen sei.

Prof. Antisemit – „Friedenszentrum“ lädt Khella ein

18 Apr

Eine mangelnde Ausdauer kann man dem „Braunschweiger Friedenszentrum“ nun wirklich nicht vorwerfen. Nach Veranstaltungen mit dem unvermeidlichen Kronzeugen gegen Israel, Edo Medicks, der notorisch antizionistischen Felicia Langer finden sich zum „Jahrestag“ der „Operation Gegossenes Blei“ wieder allerlei Behauptungen und Unwahrheiten in Form eines Manifestes auf der Homepage der besagten Gruppe. Dass nicht einmal mehr der „Israelkritiker“ Goldstone selbst diese antijüdische Hetze noch so stehen lässt, interessiert selbstverständlich niemanden, aber das es um wirkliches Interesse im herkömmlichen Sinn geht, steht ja bei derartig ressentimentgeladener Verleumdung ausser Frage.

Als besonderen Clou für den Mai hat sich das „Friedenszentrum“ den „Chefideologe[n] der Restbestände des anti-imperialistischen Lagers“ (Haury, S. 15), den „völkisch-stalinistischen Antizionisten“ (Grigat) Prof. Karam Khella, eingeladen, der, dem Alter der Friedensfreunde angemessen, bereits seit Jahrzehnten seine Vernichtungswünsche gegenüber Israel in die Welt hinaus Posaunt und sich mit dem Titel als Professor ganz besonderer Autorität erfreut. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die antizionistische Zombieavantgarde mit Werner Pirker, Jürgen Elsässer oder doch gleich Horst Mahler, die alle von einem deutschen Frieden ohne Juden träumen, komplettiert wird.

Dieser Berliner Professor, der „Saddams Krieg als Fortsetzung der Intifada mit anderen Mitteln pries“ (ISF, S. 2), den Organisator der muslimischen SS-Division „Handschar“, Mohammed Amin al-Husseini (besser bekannt als Großmufti von Jerusalem) zu einem Gegner der Judenvernichtung macht (vgl. Tarach, S. 86), die „Zionisten als Kollaborateure der Nazis und Israel als Nazistaat des nahen Ostens bezeichnete“ (HUMMEL Antifa), für den Israel „ein einziges Kontinuum des Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ ist (Haury, S. 11) und natürlich bestreitet, dass „Ahmadinedjad [sich] je antisemitisch geäußert hat“ (Lizas Welt) soll also den Zuhörerinnen und Zuhörer am 26.05.2011 in der VHS Alte Waage in Braunschweig referieren, wie es denn nun aussieht mit dem „Demokratischen Aufbruch in der arabischen Welt?“.

Die Wahnwelt des Herrn Prof. Khella (und seiner Fans) wird aber nicht nur an seiner völlig irren Geschichtsauffassung deutlich, sondern auch an der typischen Reaktionsweise auf Kritik: Sie sind „ein weiterer Beleg für den hohen Anteil projektiver Energien und Identifikationsbedürfnisse und zeugen von der Brüchigkeit der ‚revolutionären Identitäten‘ bei den zur Sektenhaftigkeit herabgesunkenen Antizionisten im antiimperialistischen und autonomen Lager. […] K. KHELLA erkennt da schon ‚gezielt und systematisch betriebene‘ ‚Zersetzung‘ am Werke, welche den Tatbestand der ‚Volksverhetzung‘ erfülle“ (Haury, S. 16).

Es ist wohl folgerichtig, dass Khella dementsprechend auch ein riesiger Fan von „Oberst“, wie es in solchen Kreisen heisst, Quaddafi ist. Darum wird es wohl auch bei der Veranstaltung des „Friedenszentrums“ gehen, denn Khella hat mehrer Jubelarien über seinen „Oberst“ geschrieben, etwa „Die libysche Herausforderung – Innere Entwicklung und äußere Bedrohung eines aufregenden Experiments“. Damit ist über Khellas primitiven Antiimperialismus auch schon alles notwendige gesagt, hie das gute, weil antiamerikanischen Volk unter seinem Führer, dort die schlimmen Imperialisten. Das es sich bei Libyen nicht um ein „spannendes Experiment“, sondern ein „aus panarabistischen und islamischen Elementen zusammengebrauten völkischen Sozialismus“ (Wolter), ähnlich wie in Venezuela handelt, kann ein derart begriffsstutziger Stalinistenopa natürlich genausowenig verstehen, wie den Fakt, dass Leute an mehr interessiert sind als an durch Ölrenten finanzierte Wohnung in einer Militärdiktatur, etwa bürgerlichen Rechten. Dass solcherlei Menschenverachtung ausgerechnet durch „Friedensbewegte“ wieder aufgewärmt wird, ist einer Begriffslosigkeit von Gesellschaft geschuldet, die sich genauso gegen Israel entlädt. Somit ist die neue Veranstaltung des „Friedenszentrums“ nicht besser oder schlimmer als das, was man gewohnt ist, aber mindestens genauso wahnsinnig.

Das „Friedenszentrum Braunschweig“ und seine angeschlossenen Vereine und Freunde stellen sich damit einmal mehr ausserhalb aller verhandelbarer Positionen, zeigen sich gegen jede Form von Aufklärung und Vernunft immun und bekennen erneut klar Flagge auf Seite des Ressentiments, der Antisemiten und Menschenfeinde: „Man hat eine Friedensbewegung machen wollen, und es wurde eine deutschnationale Erweckungsbewegung daraus.“ (Pohrt, S. 76).

Grigat, Stephan: http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web27.html.

Haury, Thomas: Zur Logik des deutschen Antizionismus.

HUMMEL Antifa: Gegen die Nahostkonferenz der Zeitschrift Kalaschnikow. http://de.indymedia.org/2002/09/30167.shtml.

Initiative Sozialistisches Forum: Radioten in Dreyeckland. In: Konkret August 199.

Lizas Welt: Palästina an der Leine.

Pohrt, Wolfgang: Gewalt und Politik. Ausgewählte Reden & Schriften.

Tarach, Tilmann: Ewiger Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der Linken im Nahostkonflikt.

Wolter, Udo: Wie Linke einem Dikator nachweinen. Über das Verhältnis deutscher und europäischer Linker zu Muammar al-Gaddafi, der gerade die libysche Oppositionsbewegung massakrieren lässt. In: Jungle World Nr.9, 3. März 2011.

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