Ferguson to Palestine

25 Nov

ferguson-palestine

 

Im Zuge der Proteste gegen die Entscheidung einer Jury in Ferguson, den Todesschützen eines jungen Schwarzen nicht anzuklagen, kam es in der Nacht auch in Seattle zu Protesten. Unabhängig von der Einschätzung dieser tatsächlich fragwürdigen Entscheidung der Jury, sei hier auf ein Banner verwiesen, das in Seattle gezeigt wurde. Es versucht zwanghaft eine Verbindung zischen dem Tod des Jugendlichen und Israel herzustellen, was in seine Wahnsinnigkeit, Obsession und Gleichgültigkeit gegenüber dem tatsächlichen Opfer grenzenlos ist. Was interessiert irgendwelche „BDS“-Hinterwäldler schon der Tod eines jungen Mannes. Hauptsache Israel wird boykottiert.

Wahnmache in Braunschweig

17 Nov

Ein Artikel über die auch in Braunschweig ansässigen „Montagsmahnwache“ war längst überfällig. Nur wie macht man das? Zum einen sind deren Protagonisten so verrückt, dass man in Schwierigkeiten gerät gerät will man sie kritisieren, weil jede Lüge und jeder Aberglaube an sich schon substanzlos ist, zum anderen stellt sich die Frage, ob eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihnen, den geltungsbedürftigen Friedensfreunden nur zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt. Hielte man etwas davon, sie wären ein Fall für das örtliche Bündnis gegen Rechts oder eine angeschlossene Antifa-Gruppe, zumindest aber bürgerliche Organisationen müssten diesem Treiben ein Ende bereiten oder sich zumindest deutlich von den Verfolgungswahnsinnigen distanzieren und die Sache wäre erledigt. Die aber haben scheinbar besseres zu tun, oder schlimmer, teilen inhaltliche Punkte. Stattdessen  geben sich alle die Klinke in die Hand und es kommt zu den, auf den ersten Blick, obskursten Zusammenkünften.

Wo von „Zinsknechtschaft“ die Rede ist, von einer „verdummenden Spaßgesellschaft“, von tödlichen Impfungen und obskuren „Chips“ die ins Essen getan werden, von einem „Imperialismus“ des Westens und natürlich von Israel, von „Frühsexualisierung“ und einer schadhaften „Vergnügungssucht“ und selbstverständlich einem „Geldsystem“, dass (oh Wunder) nicht den Menschen nutzt, da kommt womöglich zusammen, was zusammen gehört.

Die NPD war schon da, der Recherche Blog 38, der sich wiederum nur an den anwesenden Proll-Nazis störte, islamistische Jugendliche, die Werbung für ihren Vernichtungsfeldzug gegen Juden und für eine islamistische Türkei machen durften, der Helmstedter „Infokrieger“-Depp Jens Blecker und wenn es um „Frieden“ und „Braunschweig“ geht, darf natürlich ein verwirrter ehemaliger Arzt nicht fehlen, der jeden mit E-Mails von Uri Avneri zubommt, dessen Mail-Adresse er ausfindig machen kann. Dazwischen lauter Barfuss-Hippies, alte dicke  Frauen die furchtbare Lieder krächzen, Veganer, Gesellianer, Tauschring- und lokale Währungs-Spinner, Bäumeumarmer, Selbstversorger, Betroffenheitsweltmeister, Putin-Fans, verwirrte Mütter und Jugendliche, Konsumkritiker und Gutmenschen. Es handelt sich bei dieser Braunschweiger Montagswahnmache tatsächlich um die stinkende, traurige Kloake einer Mischpoke aus abgehängten Verlierern, die nicht mal in den sonst für solche soziopathischen Fälle vorgesehenen Vereinen und Institutionen, wie der Linken, dem Friedenszentrum, dem Friedensbündnis, den unzähligen Öko-Spinnerbanden oder eben der örtlichen Kameradschaft aufgehen konnten.

Und so kam es, dass sie, beeinflusst durch antisemitische und neurechte Koryphäen wie „Ken Jebsen“ oder „Jürgen Elsässer“, dumpfbacke „Sven Mährholz“ oder attac-Genie „Pedram Shayar“, ihre eigene traurige Veranstaltung in Braunschweig gründeten.

Auf die Personen, wie den wirklich nett wirkenden „Rick“, der die Veranstaltung moderiert, oder den übergewichtigen, freundlichen Onkel „Olli“, der trotz seiner stolzen Plautze und seiner nach eigenen Angaben „noch nicht ganz perfekten Ernährungsweise“ gerne mal die Besucher des Cafes „X-Trend“ dazu auffordert so bewusst zu essen wie er, wird eventuell noch einzugehen sein.

Der hiermit angekündigte nächste Beitrag über die Montagswahnmache in Braunschweig wird sich jedoch einer Protagonistin zuwenden, die entgegen der meisten sehr irren, aber substanzlosen Reden, ziemlich konkret, wenn auch vermutlich unfreiwillig, den autoritären, zwanghaften und vor allem hasserfüllten Charakter dieser Veranstaltungen und die psychische Disposition der Teilnehmer offenbart: „Zeynebs“ Rede über den Islam. Sie zeigt wie keine andere gehaltene Rede auf dieser Veranstaltung was die Teilnehmer eint, was die Ideologie der „Montagsmahnwachen“ ist und was den Islam so anziehend macht wie andere rechtsextreme Bewegungen:

1) Unverständnis der Funktionsweise der Welt gegenüber

2) aus diesem Unverständnis heraus geborener Hass auf alles Abstrakte

3) die Konkretisierung dieses Abstrakten in den „Herrschenden“, ausgesprochen in den „Juden“, „Zionisten“ oder eben „Israel“

Erscheint in den kommenden Wochen.

12. Juli 2014: Naziaufmarsch in Braunschweig

11 Jul

Noch Unbekannte Rechtsextreme rufen auf Facebook für den 12. Juli zu einer „Demonstration gegen Israel“ auf. Ursprünglich scheint die Idee einerdrohung Demonstration aus dem islamfaschistischen Lager zu kommen, welche Richtung genau ist zur Zeit noch unklar. Auch das Motto der Veranstaltung wurde mittlerweile in „Demo gegen Völkermord in Palastina“ (Fehler im Original) geändert und die Teilnehmerzahl geht bei Facebook stark auf die 1000 zu.

 

Auch die neonazistische Partei „Die Rechte Braunschweiger Land“ ruft auf ihrer Facebook-Seite zur Teilnahme auf. Wie im historischen Bündnis zwischen dem Mufti von Jerusalem und Adolf Hitler stehen auch hier deutsche und arabisch-moslemische Nazis Hand in Hand. Die „Mahnwache für den Frieden“ aus Braunschweig, die sich vor allem aus Verschwörungstheoretikern, Esoterikern, antisemitischen Zinskritikern und geistig Verwirrten zusammensetzt, ruft ebenfalls zur Teilnahme auf. Ob sich auch die Partei „Die Linke“, die in Essen an einer ähnlichen Veranstaltung teilnimmt, auch in Braunschweig für eine Teilnahme entscheidet, ist im Moment noch offen.flaggenstreit

 

Bereits vor einigen Jahren gab es in Braunschweig eine Demonstration gegen Israel. Es war einer der größten rechtsextremen Manifestationen in Braunschweig in der Nachkriegszeit. Offen wurden Flaggen der Terrororganisation „Hamas“ gezeigt, antisemitische Parolen gerufen und Menschen bedroht, die nicht in das Weltbild der moslemischen Nazis passten. Damals beteiligten sich auch stalinistische „Linke“ aus der antiimperialistischen Szene an dem Naziaufmarsch.

 

Die Lage hat sich jedoch geändert. In den Diskussionen zu der Veranstaltung am 12. Juli bedrohen sich Sunniten und Schiiten gegenseitig, Türken beschimpfen sich mal als kemalistisch, mal als zu religiös. Gegenseitig will man sich die „Hisbollah“-Fahne aus der Hand reissen, andere trachten wiederum danach „ISIS“-Flaggen zu zerreisse. Das hat dazu geführt, dass der Anmelder alle Flaggen verboten hat, die nicht einem Land entsprechen. Hier wird spannend zu beobachten sein, wie etwa die Salafisten aus Braunschweig auf iranische und syrische Flaggen reagieren, hitlerschließlich sind beide Parteien ja gerade dabei sich gegenseitig im Nahen Osten abzuschlachten – was nebenbei bemerkt, die ganze Veranstaltung noch absurder macht, wo doch Israel das kleinste Problem der Muslime ist, verglichen etwa mit dem Krieg in
Syrien und den Zuständen in nahezu allen moslemischen Ländern.

 

Da eine Gegenkundgebung weder absehbar ist, vermutlicherweise auch kaum von der Polizei vor dem wütenden Nazi-Mob geschützt werden kann bleibt einzigdie Hoffnung, dass sich die bis aufs Blut hassenden moslemischen Nazis gegenseitig erledigen. Die deutschen Nazis bekommen sowieso nichts hin und sind gesellschaftlich genauso isoliert wie die Spinner von der Montagsmahnwache.

 

 

nazis

 

 

In diesem Sinne: Gegen die palästinensische Konterrevolution!

„Die palästinensischen Massen haben nur eine Chance, die sie nicht ergreifen. Ihre Zukunft im emanzipatorischen Sinn liegt allein an der Seite Israels und gegen ihre Führung und die mit ihr verbündeten Staaten. Sie müßten eine Kulturrevolution radikalsten Ausmaßes veranstalten, die keine nationale Aussprache sein dürfte, sondern eine Selbstkritik in antinationaler Absicht – eine Selbstkritik, die mit der Kritik an jener verrohten und verrohenden Religion beginnen müßte, der man den Schein der Barmherzigkeit vom Gesicht reißen müßte, um das unbarmherzig unmenschliche Wesen dieser Zurichtungsanstalt für willenlose Volksgenossen kenntlich zu machen. Diese Religionskritik müßte anheben mit der schneidenden Kritik von Kollektivismus und Entbehrung und hätte an ihre Stelle das Lob des Individuums zu setzen, das in Luxus und Lust Erfüllung findet – die bittere Erkenntnis, daß dies unerreichbar ist, wäre der Anfang des Aufbegehrens gerade nicht gegen Israel, sondern gegen eine weltweite Vergesellschaftung, die all dies nicht zulassen will. Was den palästinensischen Massen nicht gelingt, ist nicht allein ihre Schuld und liegt möglicherweise auch objektiv außerhalb ihres Könnens. Doch was in den palästinensischen Autonomiegebieten mißlingt, muß nicht im Mißlingen der Kritik an diesen Zuständen enden. Jene, die weit eher in der Lage wären, am Beispiel Israel zu erkennen, wofür die palästinensische Aggression und ihre weltweite Unterstützung steht, denen seit Jahrzehnten vorzuwerfen ist, daß sie ihre zur Kritik nie gereiften Sehnsüchte dauernd auf periphere Aufstandsbewegungen projizieren, statt das Unwesen im eigenen Land zu bekämpfen – die Linke also steht vor einer Entscheidung, deren Ergebnis darüber befinden wird, ob sie unweigerlich Teil der moralischen Weltordnung sein und von Intifada zu Intifada eilen wird, oder ob sie sich auf die Seite der Emanzipation schlägt, also parteilich für ihren prekären, unter dem Zwang der unmenschlichen Verhältnisse Staat gewordenen Ausdruck, Israel, sich einsetzt und damit gegen jedes organisierte Volkstum agitiert, nenne es sich nun deutsch oder palästinensisch.“

Redaktion Bahamas

„Grauzone“ und Denunziantentum

3 Jan

image-1Schon länger war an dieser Stelle ein Artikel zur sog. „Grauzone“ und der damit verbundenen bigotten Hexenjagd von Blogs wie „Oire Szene“ geplant. Diesen schmutzigen und ermüdenden Job hat mir nun das allseits beliebte Magazin Bonjour Tristesse aus dem Osten abgenommen. In dem sehr lesenswerten Artikel von Hagen Kolb wird ausführlich erläutert, wie die Unfähigkeit zur Auseinandersetzung mit der Funktionsweise von Punk- und Oi!-Musik und zwar der angeblich „politisch korrekten“ genauso wie der sog. „Grauzonen-Musik“ dazu führt, Urteile über Bands und Lieder nur noch nach diffusen, völlig willkürlich gewählten Kriterien zu fällen. Frei nach dem Motto der Definitionsmacht-Szene: Wer zuerst „Grauzone!“ schreit, ist moralisch integer, der größere Antifaschist und hat nun die Macht inne, zu bestimmen wer auftreten darf und wer nicht.

Selbstverständlich wäre es in diesem Kontext nur zu albern, sich auf die eine oder eben andere Seite zu schlagen.  Ob besoffener Asi-Punker, dessen „Freiheit“ im Kotzen auf  Sachen anderer Leute oder im Durchstreichen von David-Sternen auf dem Konzert einer total antifaschistischen Punkband im örtlichen AJZ besteht oder testosterongesteuerter Glatzendorfdepp auf dem „Rotz & Wasser“-Konzert in Hamburg, es passt weder vom Verhalten noch von der Seite der unsympathischen Charakterzüge noch vom Pochen auf die je eigene Szene ein Blatt zwischen diese beiden. Da den Sittenwächtern von Oire Szene und Co jegliche Kritik an den Inhalten der je protegierten oder denunzierten Musikkultur abgeht, ist man ganz jämmerlich auf das ewige Fischen im Trüben angewiesen: Facebook-Profile werden nach verdächtigen Fotos durchsucht, Freundschaften durchleuchtet und Auftritte auf Jahrzehnte zurück verfolgt, alles nur um am Ende einen peinlichen, jämmerlichen „Recherche-Artikel“ zu veröffentlichen. Es scheint gerade so, als würde die Suche nach verdächtigen Momenten umso intensiver betrieben, je geringer die Fähigkeit ist, sich mit dieser stumpfen, dummen und verrohten Musik selbst auseinander zu setzen.

imageOb nun „Slime“ die Besatzer, die Amis aus ihrem Deutschland werfen wollen, die beliebten südeuropäischen RASH- und SHARP-Combos gegen die Juden in Palästina um die Wette trällern oder ob die „Becks Pistols“ eine Fee ficken wollen, die Grenze zwischen Gut und Böse macht die Internet-Szene-Polizei. Das dabei die „wir armen gegen die da Oben“ Attitüde, die man als angeblich faschistisch so gerne den Böhsen Onkelz vorgeworfen hat, genauso wie der Proletenkult viel eher gemeinsame Klammer als Unterscheidungsmerkmal ist, ist eine Erkenntnis, die man bei den Szenewächtern bei all ihrer Raserei gegen die vermeintliche Bedrohung und antifaschistischen Hygiene wohl noch länger vermissen wird.

Bei allen menschlichen Widerwärtigkeiten muss man dennoch festhalten, die sog. „Grauzone“ erhebt im Gegensatz zu ihrem PC-Pendant zumeist gar nicht den Anspruch „auf der moralisch richtigen Seite“ zu stehen. Wer jedenfalls lieber zu Songs übers Ficken und Saufen feiern will, als sich an hohlen politischen Parolen und dem lächerlichen Zeigerfingergestus zu ergötzen, dem sei das eben gegönnt. Man kann aber auch einfach diese Musik hören ohne sie ernst zu nehmen. Oder man kann es lassen.

Sternstunden der Kapitalkritik: Käsekommunismus

22 Dez

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Das „Käse-Kommunistische-Ums-Ganze“-Bündnis übertrifft sich inhaltlich einmal aufs neue. War man sich nicht nur zu doof, zur Verteidigung sog. „Freiräume“ mit der deutschen antiimperialistischen Szene in Hamburg aufzumarschieren, präsentierte man auch noch das dümmste Plakat des Jahres. Die Löcher aus dem versammelten Käse spülte dann auch sehr schnell der neue Wasserwerfer der Hamburger Polizei. Spaß muss sein. Viel Spaß bei der Polonaise zurück in eure linken Löcher, es bedankt sich – die Braunschweiger Bereitschaftspolizei für diese tolle Übung! Up-dup-dup-dupadup-dupa-dup.

Göttingen ist „empört!“

17 Dez

Wetten, dass..? aus AugsburgWer schon einmal das fragwürdige Vergnügen hatte, an Göttinger „Linke“ zu geraten, die nicht der antiimperialistischen Sekte „A.L.I.“ zuzurechnen sind, sondern sich vor allem aus deklassierten und überflüssigen Gestalten zusammensetzt, die von DGB und anderen  NGOs alimentiert werden, weiß, von wem in unserem heutigen Fundstück die Rede ist. Es handelt sich um jene Sorte veganer, antizionistischer, queerer, postmoderner Spinner, die sich weder um ihre körperliche Erscheinung noch um ihren Intellekt sorgen, in Ekelbarracken und auf herunter gekommen „Bauwagenplätzen“ hausen und alles und jedem die Schuld an ihrer Misere geben, sei es dem „Patriarchat“, dem „Kolonialismus“, dem „rassistischen Normalzustand“ und nicht zu vergessen natürlich dem Gebrauch des „kolonial-rassistsiche[n] >N.<-Wort[es]“, nie jedoch bereit sind, auch nur für eine Sekunde über so etwas wie Gesellschaftskritik nach zu denken. Für sie bedeutet Kritik, an Dingen rumzumäkeln, die ihnen nicht passen und sie anschließend anderen Leuten zu verbieten. So geschehen vor einigen Jahren mit der Sendung Tatort, der die schlechte Behandlung von Flüchtlingen zum Thema hatte und versuchte dies darzustellen. Prompt fing er sich den Vorwurf der Göttinger-Gralshüter ein, Rassismus zu zeigen, dass genau dies der Zweck der Übung war, fiel den Moralhütern selbstverständlich nicht ein. Stattdessen wurde beleidigt an die Programmverantwortlichen geschrieben. Eine Art Selbsterniedrigung, die jeder vernünftige Mensch (und auch die Programmverantwortlichen) nur mit ungläubigen Kopfschütteln quittieren kann.

Erneuert wurde dieses Schauspiel nun ausgerechnet anhand einer Veranstaltung der „Gruppe3“ aus ebenjener Stadt mit Dr. Rolf Röhrig vom GegenStandpunkt (dort ist man bekanntlich ziemlich Titelgeil) zum Thema „Rassismus – Wie er geht und wie man ihn besser nicht kritisiert“. Nun mag man vom GegenStandpunkt halten was man will, weder sind sie für Humor bekannt, noch für spannende Vorträge, schlauer als die postmodernen Zombies dieser so häßlichen wie unwichtigen Stadt Göttingen sind sie allemal. Und so begab es sich, dass einige „Empörte“ in bester Wutbürgermanier anonym „offene Briefe“ gegen diese Veranstaltung zu versenden begannen und im Nachgang der Veranstaltung, bei der der Referent noch versuchte sich mit den Argumenten seiner Gegner auseinander zu setzen (ca. nach einer Stunde), einen weiteren bösen Brief aufzusetzen. Doch warum? Die „wichtigsten“ Argumente finden sich im folgenden zusammengefasst:

„dass der Referent die ganze Zeit bewußt ungegenderte Sprache nutzte“

„Den ganzen Abend über wurden vom Referenten als auch von Teilen der Besucher_innen der Veranstaltung rassistische Begriffe gebraucht, deren Nutzung verteidigt, deren Bedeutung verharmlost.“

„Selbstgewählte Bezeichnungen von People of Color und Schwarzen wurden ignoriert, bzw vorsätzlich abgesprochen. Hiermit setzt sich die kolonial-rassistischer Praxis fort, dass weiße über Schwarze und PoC reden und damit Gewalt auszuüben, bzw die eigene (weiße) Position innerhalb der weiß-deutschen Dominanzgesellschaft festigen“

„Der Referent erdreistete sich sogar zu sagen, dass „der Wechsel der Selbstbezeichnungen so schnell gehe, wie der Wechsel von Unterwäsche“. “

„Im weiteren Verlauf benutzten auch immer wieder Leute aus dem Publikum z.B. das kolonial-rassistsiche „N.“-Wort.“

„Gegen Ende wurde dann von einem Redner (nachdem er Vergleiche von Menschen mit der Tierwelt gezogen hatte) die Aussage getroffen, dass es doch sehr wohl Unterschiede zwischen Schwarzen und weißen geben würde.“

„Dem wiederholten Wunsch nach dem Rausschmiß der hier beschriebener Rassist_innen wurde von jemandem aus dem Publikum entgegnet, man solle sie doch selbst rauswerfen.“

„Diese Veranstaltung war pure Gewalt, angereichert mit weiß-deutsch-akademischer Arroganz.“

Auf die lächerlichen Vorwürfe im einzelnen einzugehen ist mir zu peinlich, gerne kann man hier den Vortrag nachhören oder die Stellungnahme der „Gruppe3“ nachlesen. Die Selbstgefälligkeit und Dreistigkeit der Göttinger „Empörten“ jedoch ist schon an pathologischen Größenwahn erinnernd, hat man statt Argumenten lediglich Aufrufe zu Verboten in der Tasche: „Wir fordern ein Veranstaltungsverbot für die Gruppe 3 in allen Räumen, die sich als emanzipatorisch verstehen.“ und verweist auf das Betroffenheitsgejammer einer Noah Sow, das selbstverständlich ohne Begriff von Gesellschaft auskommt, das man als verwahrloster Postmoderner aber immer als „PoC-Perspektive“ vor sich her tragen kann um anderen den Mund zu verbieten.

Ich kann vor Göttingen und seinem Bauern-Mob nur warnen. Wer sich selbst überzeugen will, dem empfehle ich im „Theaterkeller“ oder in einschlägigen Szene-Spelunken bei einem Bier über Sinn und Unsinn von Definitionsmacht zu diskutieren.

Muslimah_*Pride

11 Apr

FEMEN-Protests-For-Topless-Jihad-And-Amina-TylerNicht erst seit heute Morgen ist „Stolz“ ein recht verdächtiges Wort, das einen zumindest stutzig werden lassen sollte. Nicht weil es schlimm ist, auf etwas stolz zu sein, sei es das selbstgebaute Modellauto, die Einrichtung der Wohnung, in der man sich besonders wohl fühlt oder die gute Zeit beim letzten Stadtlauf. Nein, vielmehr macht sich verdächtig wer mit seinem Stolz hausieren geht, ihn anderen Menschen auf die Nase bindet und ihn, anstatt ihn einfach zu genießen und sich von seinen Freunden bestaunen zu lassen, überall, aber auch wirklich überall herumposaunen muss. Dieses Symptom lässt durchaus durchblicken, dass es sich beim Herumposauner im besten Falle um einen mittelgroßen Angeber handeln muss, der seine Minderwertigkeitskomplexe mit eben jenem Stolz-Gejohle zu übertrumpfen versucht, im schlimmsten Falle aber um einen verkalkten Ideologen, der seine Minderbemittelung und innere Verhärtung, sowie jegliche Reflexion aufgefüllt hat mit nichts als purem Stolz. Das konnte man ja vor vielen Jahren gut an den bemitleidenswerten Dorfnazis in lächerlichen Outfits sehen, die neben der billigsten Bomber und dem billigsten Bier auch immer Geld über hatten für einen „Ich bin Stolz ein Deutscher zu sein“-Button. Bemitleidenswert, aber bösartig.

 

In der Reaktion auf einen „Femen“-Auftritt, wie immer auch nicht ganz helle (aber immerhin ohne Hakenkreuz), dafür aber mit Titten, gab es eine weltweite Gegenkampagne von Muslim_*Innen und solchen, die es noch werden wollen unter dem Motto „muslimahpride“. Was war passiert? Ein paar Anhängerinnen dieser ominösen Femen-Bewegung hatten sich vor einer Berliner Moschee entkleidet und Schilder hoch gehalten, auf denen etwa „Fuck your Morals“ „Arab Woman against Islamism“ und „Freedom to all Woman“ stand. Das ganze war eine Solidaritätsveranstaltung für eine in Tunesien von Peitschenhieben und ähnlichen Strafen bedrohte Frauenaktivistin, die ominöserweise einige Tage verschwunden war und von ihrer Familie für geisteskrank erklärt wurden war.

 

16649-1365283322Die moslemische Stolz-Maschine lief natürlich sofort zum Gegenangriff über und unzählige Bilder von Musliminnen fluteten die „social network“ genannten Sammelbecken für Nonsens. Nun mag man von „Femen“ halten was man möchte, sie hatten aber scheinbar einen wunden Punkt getroffen. Die weiblichen und männlichen muslimischen Eiferer übertrumpften sich damit zur Schau zu stellen, wie stolz und frei man sei. „Meine Burka ist meine Krone, ich bin sehr stolz auf sie“ hieß es da oder eben „Ich bin eine stolze Muslimah, ich brauche keine Befreiung“. Und ähnlich wie bei den bemitleidenswerten Dorfnazis verwundert doch auch bei dieser Kampagne, wie tief das Bedürfnis sitzt, anderen mitteilen zu müssen, wie stolz und zufrieden man sei. Abgesehen davon, dass die Rolle der Frau im Islam sehr wohl mit „Stolz“ und „Ehre“ fest verankert ist, nur nicht als Individuum, sondern als übersexualisierte, verschleierte Gebärmaschine für die Umma und zur Besänftigung der Triebe der Männer, also als Form autoritärer Unterordnung, wie es allen Ideologien gemein ist, ist es dann doch erstaunlich, wieviel Hass und Ressentiment geschürt wird, wenn „Femen“ blank zieht und Freiheit für alle Frauen fordert.

 

Letztendlich muss man sich dann auch gar nicht mehr fragen, warum die „Muslimahpride“-Idioten gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass es ursprünglich um eine mit Tode bedrohte Aktivistin in Tunesien ging, dass es um die fürchterliche Behandlung um Frauen und Mädchen in den arabischen Ländern geht. Ginge es „Muslimahpride“ tatsächlich darum, der paternalistischen Vereinnahmung durch „Femen“ zu widersprechen, müsste man doch umso mehr den Islam und die Scharia kritisieren und verbannen, vielleicht auch provozieren, etwa durch nackte Brüste. So aber bleibt der Stolz, was er immer schon war, positiv umgelogener Neid und das Kopftuch der TAZ darf auch noch rumgiften und von moslemischen Feministinnen fabulieren, die es zwar geben mag, die aber keine Stimme haben und durch „Muslimahpride“ erneut mundtot gemacht wurden.

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